Konzert

Berliner Philharmoniker II

Kirill Petrenko, Leitung
Berg | Dvořák

Erschüttert über den Tod von Manon Gropius, Tochter von Alma Mahler und Walter Gropius, setzte Alban Berg mit einem der berührendsten Violinkonzerte des 20. Jahrhunderts dem jungen Mädchen ein Denkmal. In seiner Fünften Symphonie reflektiert Antonín Dvořák zum ersten Mal Idiome böhmischer Volksmusik und findet zu einer eigenständigen Musiksprache.

František Kupka, Divertimenti II, 1935

František Kupka, Divertimenti II, 1935

Vergangene Termine

Livestream des Konzerts in der Digital Concert Hall,
verfügbar am 19. September, 19:00

Zwei Hauptstücke von Komponisten, die selten miteinander in Verbindung gebracht werden. Dabei lassen sich Anregungen und Einflüsse Dvořáks in den frühen Werken der Zweiten Wiener Schule – vor allem in Liedern und Kammermusiken – kaum überhören. Die Fünfte Symphonie des tschechischen Komponisten halten nicht wenige für seine bedeutendste, auch wenn die Neunte („Aus der neuen Welt“) berühmter wurde. Ihre dichte Expressivität, ihre Abwege von der akkreditierten Harmonik und ihre gestalterische Vollendung machen sie zu einem Meisterwerk, in dem sich die romantische Tradition noch einmal anreichert, um neuen ästhetischen Wegen zuzustreben. In dieser Hinsicht ist sie auch ein Stück Selbstbekenntnis und souveräne Selbstbehauptung.

Dass ihr langsamer Satz als persönlicher Nachruf auf geliebte Menschen geschrieben sein soll, stellt zu Alban Bergs Violinkonzert nur eine äußerliche, allenfalls brüchige Verbindung her. Weit näher sind sich beide Werke im leidenschaftlichen Ton, im vehementen Ausdrucksbedürfnis, das insbesondere Berg durch strenge Formgebung und sorgsam ausformulierte Binnenverstrebungen kanalisiert und mitteilbar macht. Beiden gelingt es, in die sehr persönlichen Kontexte auch musikalische Außenbeziehungen zu integrieren – Dvorák in Gestik und Stimmung seiner Themen, Berg unter anderem durch Zitate eines steirischen Volkslieds und eines Bach-Chorals.

Konzertprogramm

Alban Berg (1885 – 1935)
Konzert für Violine und Orchester
„Dem Andenken eines Engels“ (1935)

Antonín Dvořák (1841 – 1904)
Symphonie Nr. 5 F-Dur op. 76 (1875)

Besetzung

Frank Peter Zimmermann Violine

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko Leitung

Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin.