Fulldome
The New Infinity

TNIII0II0#II: Thomas Wilfred | Fatima Al Qadiri & Transforma | Robert Lippok & Lucas Gutierrez

Luminar #52 | Extraordinary Alien | Non-Face

Erleben Sie eine von Thomas Wilfreds lichtmalerischen Kompositionen, Fatima Al Qadiris und Transformas Untersuchung des „Extraordinary Alien“ sowie Robert Lippoks und Lucas Gutierrez’ Erforschung von spekulativen Objekten – Gegenstände, die zwar realistisch aussehen, aber in der physischen Welt unmöglich existieren können.

Thomas Wilfred: Luminar #52

Thomas Wilfred: Luminar #52

© AJ Epstein

  • 15 min / 16 min / 15 min

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Thomas Wilfred: Luminar #52 (1928)

Der amerikanische Lichtkünstler Thomas Wilfred (1889-1968) schuf mit seinen Lumia-Apparaturen, die eine Komposition aus elektrischen, mechanischen und reflektierenden Elementen bilden, eine neue Kunstform an der Schnittstelle von Technologie und moderner Kunst. Seine lichtmalerischen Kompositionen – meditative, nordlichtartige Farbsymphonien –, die er ohne musikalische Begleitung still präsentierte, brachten ihm 1952 im Rahmen der Ausstellung „15 Americans“ einen Platz neben Jackson Pollock und Mark Rothko im Museum of Modern Art in New York ein.

In Zusammenarbeit mit der Epstein Collection und der Stiftung Planetarium Berlin wurden vier seiner Arbeiten, die ursprünglich als Screen- und Deckenprojektionen präsentiert wurden, neu abgefilmt und zum ersten Mal für den größten Bildraum unserer Zeit adaptiert – und damit neu erlebbar gemacht. Seine Symphonien werden in Stille gezeigt.

Fatima Al Qadiri & Transforma: Extraordinary Alien

Der Titel „Extraordinary Alien“ bezieht sich auf eine Bezeichnung in der Klassifizierung von USA-Künstlervisa: „Alien with extraordinary ability“. Er spielt mit der Doppelbedeutung von „Alien“ und mit der Vorstellung, dass alle Außerirdischen aus unserer unbedeutenden Erdlingsperspektive schon von vornherein außergewöhnlich scheinen. Die Strategie vieler Science-Fiction-Filme, den Betrachter*innen immer nur flüchtige Blicke auf ein außerirdisches Wesen zu gestatten, bis dieses in einer großen Enthüllungsszene ganz zu sehen ist, führt oftmals zur Enttäuschung über die Gestalt des Aliens. Woran liegt es, dass unsere Vorstellungskraft außerstande ist, eine fesselnde außerirdische Gestalt jenseits des dürftigen Angebots aus Hollywood zu erfinden?

Die Arbeit zeigt unterschiedliche, aus einfachen Materialien hergestellte Strukturen, die Planetenoberflächen, Galaxien und Alien-Haut darstellen. Diese Materialien werden gezielt eingesetzt, um die Sci-Fi-Eigenschaften irdischer Gegenstände zu unterstreichen. Der Soundtrack basiert auf einer einzigen Phrase, die mit unterschiedlichen Klängen als Motiv für das außerirdische Wesen und sein Umfeld dienen, die ihrerseits zwar neugierig machen, aber nie vollständig enthüllt werden – ein faszinierendes Spiel mit Spannung, Wiederholung und Erwartung.

Robert Lippok & Lucas Gutierrez: Non-face

Nicht-mannigfaltige Geometrien beschreiben „Fake-Objekte“ – Gegenstände, die zwar realistisch aussehen, aber in der physischen Welt unmöglich existieren können und die in der digitalen Realität ihre sinnliche Plausibilität entfalten. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist etwa das Penrose-Dreieck, dessen drei Balken jeweils im rechten Winkel zueinander zu stehen scheinen und dennoch zu einem Dreieck verbunden sind. In der 3D-Animation treten solche Objekte regelmäßig durch sogenannte Mesh-Fehler in Erscheinung. Für ihre erste gemeinsame Fulldome-Arbeit identifizieren der Klangkünstler Robert Lippok und der Digitalkünstler Lucas Gutierrez diese häufig auftretenden Fehler in ihrer eigenen künstlerischen Praxis und entwickeln Datenstrukturen zur Erforschung dieser phantastischen Objekte. Ihre Arbeit erzeugt andersartige Dimensionalitäten und kreiert neue topologische Verbindungen. Ohne das Innere und Äußere dieser unmöglichen Objekte zu bestimmen, macht sie die akustischen und visuellen Grenzen des dreidimensionalen Raums erfahrbar. Dafür verwendet die Komposition simulierte Echos in physischen und virtuellen Räumen. Verschiedene Methoden des traditionellen Instrumentenbaus dienen zur Transkription der virtuellen Geometrien als musikalische Muster, die Notensequenzen und die Echtzeit-Emulationen verschiedener Klangquellen zu vielschichtigen Texturen verweben.

Fatima Al Qadiri & Transforma: Extraordinary Alien
Musik / Music: Fatima Al Qadiri
Video: Transforma (Luke Bennett, Baris Hasselbach, Simon Krahl)
Mixing: James Kelly
Raumklang / Spatialization: Koenraad Ecker

Robert Lippok & Lucas Gutierrez: Non-face
Video: Lucas Gutierrez
Musik: Robert Lippok
Cello: Elif Dimli, Anil Eraslan
Kuratorische Beratung: Natalie Keppler