Fulldome
The New Infinity

TNIII0II0#IX: Jan Kounen | Robert Lippok & Lucas Gutierrez | David OReilly | Thomas Wilfred

Ayahuasca Ayahuasca – A Kosmik Journey | Non-Face | The End of Stories | Home Luminar #52

Erleben Sie unbekannte psychedelische Visionen mit „Ayahuasca – A Kosmik Journey“, spekulative Objekte mit „Non-Face“, Corona-Berichte aus der Quarantäne mit David OReillys neuer Arbeit sowie eine lichtmalerische Meditation von Thomas Wilfred.

Robert Lippok & Lucas Gutierrez: Non-face

Robert Lippok & Lucas Gutierrez: Non-face. Fulldome-Video mit Sound

© Robert Lippok & Lucas Gutierrez

  • 13 min / 15 min / 15 – 20 min / 15 min

Vergangene Termine

Jan Kounen: Ayahuasca – A Kosmik Journey

„Ayahuasca – A Kosmik Journey“ ist der Versuch, die Erfahrungen, die auf der körperlichen und halluzinatorischen Wirkung von Ayahuasca – einem Heilmittel der Indigenen des Amazonasgebietes – beruhen, in das Medium eines 360-Grad-Films zu übertragen. Der Regisseur Jan Kounen geht dabei den Fragen nach, ob eine immersive Technologie psychedelische Erfahrungen wie die von Ayahuasca simulieren kann und ob diese mediale Erfahrung unseren Realitätssinn verändert. Denn immersive Technologien wie das Fulldome-Format platzieren das Publikum in der Mitte von fiktiven Erzählräumen, das somit nicht nur auf einen Traum schaut, sondern für einige Momente tatsächlich in ihm zu sein scheint. Die von Ayahuasca ausgelösten Visionen erzeugen so auf filmische Weise Momente einer tatsächlichen Anwesenheit in der indigenen Zeremonie.

Robert Lippok & Lucas Gutierrez: Non-face

Nicht-mannigfaltige Geometrien beschreiben „Fake-Objekte“ – Gegenstände, die zwar realistisch aussehen, aber in der physischen Welt unmöglich existieren können und die in der digitalen Realität ihre sinnliche Plausibilität entfalten. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist etwa das Penrose-Dreieck, dessen drei Balken jeweils im rechten Winkel zueinander zu stehen scheinen und dennoch zu einem Dreieck verbunden sind. In der 3D-Animation treten solche Objekte regelmäßig durch sogenannte Mesh-Fehler in Erscheinung. Für ihre erste gemeinsame Fulldome-Arbeit identifizieren der Klangkünstler Robert Lippok und der Digitalkünstler Lucas Gutierrez diese häufig auftretenden Fehler in ihrer eigenen künstlerischen Praxis und entwickeln Datenstrukturen zur Erforschung dieser phantastischen Objekte. Ihre Arbeit erzeugt andersartige Dimensionalitäten und kreiert neue topologische Verbindungen. Ohne das Innere und Äußere dieser unmöglichen Objekte zu bestimmen, macht sie die akustischen und visuellen Grenzen des dreidimensionalen Raums erfahrbar. Dafür verwendet die Komposition simulierte Echos in physischen und virtuellen Räumen. Verschiedene Methoden des traditionellen Instrumentenbaus dienen zur Transkription der virtuellen Geometrien als musikalische Muster, die Notensequenzen und die Echtzeit-Emulationen verschiedener Klangquellen zu vielschichtigen Texturen verweben.

David OReilly: The End of Stories

„The End of Stories“ ist eine Collage aus 37 Perspektiven von Menschen aus aller Welt, die versuchen, die Turbulenzen des Lebens mit der Pandemie zu meistern. Die anonymen Anrufer*innen bringen ihre privaten Gedanken und Gefühle zum Ausdruck und keine*r von ihnen ist in der Lage, sich die Zukunft vorzustellen. Jede Perspektive wird visuell durch Kaskaden aus choreografiertem Weltraumschrott dargestellt, die vor allem durch die Stimmen der jeweilig Sprechenden animiert werden. „The End of Stories“ schließt an David OReillys „Corona Voicemails“-Trilogie an und erweitert diese in eine immersive Fulldome-Erfahrung.

Thomas Wilfred: Home Luminar #52 (1928)

Der amerikanische Lichtkünstler Thomas Wilfred (1889-1968) schuf mit seinen Lumia-Apparaturen, die eine Komposition aus elektrischen, mechanischen und reflektierenden Elementen bilden, eine neue Kunstform an der Schnittstelle von Technologie und moderner Kunst. Seine lichtmalerischen Kompositionen – meditative, nordlichtartige Farbsymphonien –, die er ohne musikalische Begleitung still präsentierte, brachten ihm 1952 im Rahmen der Ausstellung „15 Americans“ einen Platz neben Jackson Pollock und Mark Rothko im Museum of Modern Art in New York ein.

In Zusammenarbeit mit der Epstein Collection und der Stiftung Planetarium Berlin wurden vier seiner Arbeiten, die ursprünglich als Screen- und Deckenprojektionen präsentiert wurden, neu abgefilmt und zum ersten Mal für den größten Bildraum unserer Zeit adaptiert – und damit neu erlebbar gemacht. Seine Symphonien werden in Stille gezeigt.

Jan Kounen: Ayahuasca – A Kosmik Journey
Weltpremiere beim Tribeca Film Festival 2019
Kreation: Jan Kounen
Produktion: AtlasV, A_Bahn und Small studios
Vertrieb: Diversion Cinema

Robert Lippok & Lucas Gutierrez: Non-face
Video: Lucas Gutierrez
Musik: Robert Lippok
Cello: Elif Dimli, Anil Eraslan
Kuratorische Beratung: Natalie Keppler

David OReilly: The End of Stories
Text / Regie / Bearbeitung & Schnitt / Sound: David OReilly
Musik: Stéphane Pigeon
Produktion: Yael Greenberg
Eine Koproduktion von Berliner Festspiele / Immersion und Stiftung Planetarium Berlin