Konzert / Livestream
Jazzfest Berlin – New York

Ingrid Laubrock & Kris Davis // Jim Black Trio

Das Duo Ingrid Laubrock & Kris Davis hat sich der Erforschung von Klangwelten durch Improvisation verschrieben und verwendet dazu schriftliches Material als akribisch ausnotierte Karten ins Unbekannte. Das Jim Black Trio erzeugt musikalische Spannungen zwischen fragilen Melodien und fragmentarischen Rhythmen.

Ingrid Laubrock & Kris Davis / Jim Black Trio

Ingrid Laubrock & Kris Davis // Jim Black Trio

© Caroline Mardok // Cristina Marx

Vergangene Termine

Die Festivalausgabe 2020 findet digital statt.
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Livestream aus New York

Ingrid Laubrock & Kris Davis: „Blood Moon“

Die aus Deutschland stammende Saxofonistin Ingrid Laubrock, die 2008 nach New York übersiedelte, und die vielseitige Pianistin Kris Davis, deren Album „Diatom Ribbons“ 2019 die prestigeträchtige NPR Jazz Critics Poll 2019 anführte, haben gemeinsam eine beeindrucke Kollaboration geschmiedet. Seit mehr als einem Jahrzehnt spielen sie zusammen in zahlreichen Ensembles, darunter Laubrocks Anti-House und das Trio Paradoxical Frog mit dem Schlagzeuger Tyshawn Sorey. Ihre intensive Verbindung klang noch nie so sympathisch wie auf dem diesjährigen Album „Blood Moon“, bei dem es oft schwer zu sagen ist, wo Kompositionen enden und Improvisationen beginnen. Die Musikerinnen erforschen erweiterte Techniken und erfrischende harmonische Effekte, wie beispielsweise mikrotonale Elemente in der Titelkomposition von Laubrock, die der Aufführung ein betörendes Wabern verleihen, das an eine verzerrte Platte erinnert. Oder sie entwickeln einen Austausch zwischen leichten, präzisen Keyboardstrukturen, langen Bögen und lyrischen Fragmenten, wie im Davis-Stück „Flying Embers“, bei dem Kris Davis mehrere E-Bögen auf den Saiten ihres Instruments einsetzt, um einen mikroskopisch pulsierenden Obertondrum zu erzeugen.

Ingrid Laubrock saxophones
Kris Davis piano

 

Livestream aus Berlin

Jim Black Trio

Unterschiedlichste Formationen hat der Schlagzeuger Jim Black über die Jahre geleitet, doch keine ist fesselnder als sein Trio mit dem österreichischen Pianisten Elias Stemeseder und dem New Yorker Bassisten Thomas Morgan. „Reckon“, das letzte Album der Band, bot einen aufregenden Paradigmenwechsel – es entstand aus gemeinsamen Proberaum-Improvisationen und -Kompositionen. Blacks treibendes und dennoch sehr freies Spiel testet immer wieder die Grenzen des geschriebenen Materials aus. Die frenetischen Stücke zeigen eine schlanke Klarheit in jeder einzelnen Linie und versetzen dennoch den Puls ins Rasen, weil jedes Element mit seinem aus dem Lot geratenen Schub neue Reibung erzeugt. Pianist Elias Stemeseder wechselt zwischen geschmeidiger Melodik und mosaikartiger Komplexität. Mit seinen zackigen Kontrapunkten und seinem einfallsreich präparierten Klavier wirkt er als Gegenstück zu Jim Black. So kann das Trio genügsam in lyrischer Schönheit baden oder musikalische Spannungen zwischen fragilen Melodien und fragmentarischen, bisweilen frenetischen Rhythmen auskosten. Vor zwei Jahren ist der New Yorker Black nach Berlin gezogen und musikalisch bereits fest verwurzelt in der Stadt. Den Bass übernimmt beim Jazzfest Berlin mit Felix Henkelhausen statt Thomas Morgan ein vielversprechendes Talent der jüngeren Berliner Szene.

Jim Black drums
Elias Stemeseder keys
Felix Henkelhausen bass

Diese Konzerte sind Teil von Jazzfest Berlin – New York