Konzert / Livestream
Jazzfest Berlin – New York

Tomas Fujiwara’s Triple Double // Potsa Lotsa XL

Das Sextett um Schlagzeuger Tomas Fujiwara besteht aus drei mal zwei herausragenden Instrumentalist*innen, die ihre klanglichen Gegensätze in einem spielerischen Drahtseilakt vereinen. Silke Eberhard stellt mit ihrem fantastischen Tentett neueArrangements der Musik des legendären Henry Threadgillvor.

Tomas Fujiwara’s Triple Double / Silke Eberhard Potsa Lotsa

Tomas Fujiwara’s Triple Double // Silke Eberhard

© Nicki Chavoya // Ruth Hommelsheim

Die Konzerttandems des Jazzfest Berlin – New York sind für das Publikum im silent green jeweils in zwei Teilen zu erleben, einem Live-Konzert und einer mehrkanaligen audiovisuellen Live-Übertragung aus dem Roulette in New York.

Sehen Sie diese Konzerte live, im Festivalstream oder als Aufzeichnung nach dem Festival auf ARTE Concert und Jazzfest Berlin on Demand.

Livestream aus New York

Tomas Fujiwara’s Triple Double

Mit ‚Triple Double‘ greift der Schlagzeuger Tomas Fujiwara auf einen Fachbegriff aus dem Basketball zurück, um sein Sextett aus drei Paarungen herausragender Instrumentalist*innen zu beschreiben: der Bandleader selbst und Gerald Cleaver am Schlagzeug, Mary Halvorson und Brandon Seabrook an der Gitarre, und Ralph Alessi und Taylor Ho Bynum an der Trompete und am Kornett. Das gewagte Konzept geht nicht zuletzt wegen der sehr individuellen Herangehensweisen der einzelnen Musiker*innen auf, die es ihnen ermöglichen, nach Belieben zusammenzufinden und wieder auseinanderzudriften, während sie ein weites Feld von Kompositionen durchqueren, das von Kantigkeit, fluktuierenden Dichtegraden und fragmentarischer Melodiösität geprägt ist. Die Musiker*innen verlieren sich nicht in Schaukämpfen, sondern versöhnen ihre klanglichen Gegenpole, wobei sie den Stücken prickelnde Energie und eine große tonale Bandbreite verleihen. Cleaver hatte als einziger der Gruppe noch nie zuvor mit Fujiwara gearbeitet; auf „For Alan“, einem Stück aus dem Debüt der Band im Jahr 2017, das eine Verneigung vor dem früheren Lehrer des Leaders, Alan Dawson, darstellt, ist ihre gegenseitige Affinität und Freigiebigkeit jedoch unüberhörbar. Die Beiden erzeugen ein dynamisches und lebendiges Modell spontaner Interaktion, das in seinem Mikrokosmos noch einmal den verspielten Drahtseilakt des Ensembles reflektiert. Fujiwara, Cleaver und Halvorson glänzten bereits bei den letzten beiden Jazzfest Berlin-Ausgaben in anderen Formationen.

Tomas Fujiwara drums
Gerald Cleaver drums
Mary Halvorson guitar
Brandon Seabrook guitar
Ralph Alessi trumpet
Taylor Ho Bynum cornet

 

Live auf der Bühne in Berlin (Commission)

Potsa Lotsa XL: „Silver and Gold Baby, Silver and Gold“

Das Jazzfest Berlin hat die Altsaxofonistin, Komponistin und Bandleaderin Silke Eberhard, Gewinnerin des Jazzpreis Berlin 2020, beauftragt ihr fantastisches Tentett Potsa Lotsa XL durch ihre eigenen Arrangements der Musik des legendären Henry Threadgill zu führen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Silke Eberhard eine der angesehensten Figuren der Berliner Jazz-Szene. Ihre Kompositionen bilden die Basis für ihre dynamischen Trios mit dem Bassisten Jan Roder und dem Schlagzeuger Kay Lübke, wobei ihre flüssigen Post-Bop-Improvisationen ihrem Erkundungsdrang lyrische Vitalität verleihen. In den letzten zehn Jahren hat ihre Faszination für die Musik Eric Dolphys neue Perspektiven geöffnet. Sie gründete Potsa Lotsa als Quartett ohne Schlagzeug, um Dolphys Stücke zu spielen. Mit ihren wachsenden Ambitionen vergrößerte sich auch das Ensemble, um neuen Third-Stream-Experimenten Raum zu geben. Im letzten Jahr richtete sie auf dem grandiosen Stück „Silk Songs For Space Dogs“ ihre dynamische Arrangierkunst auf ihre eigene Musik und enthüllte dabei die orchestrale Tiefe ihres exzellenten Tentetts Potsa Lotsa XL, mit den Holzbläserkollegen Jürgen Kupke und Patrick Braun, Trompeter Nikolaus Neuser, Posaunist Gerhard Gschlößl, Cellist Johannes Fink, Vibraphonistin Taiko Saito, Pianist Antonis Anissegos, Bassist Igor Spallati und Schlagzeuger Kay Lübke. Das Ensemble versteht sich gleichermaßen darauf, sich durch die engsten Windungen hindurch zu manövrieren wie kammermusikalische Stimmungen zu erzeugen. Im Auftrag des Jazzfest Berlin hat Eberhard nun die Musik des legendären Henry Threadgill neu arrangiert, dessen dichte Texturen und kontrapunktische Vorstellungskraft eine tiefe Spur in der modernen Jazzgeschichte hinterlassen haben. Das Set umfasst Musik aus der ganzen Bandbreite von Threadgills Karriere, darunter Stücke von The Henry Threadgill Sextett, Make A Move und Very Very Circus. Dabei verspricht das Konzert sowohl eine Verneigung vor dem Gründungsmitglied der Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM) als auch eine Bühne für Eberhards orchestrale Imagination zu bieten.

Silke Eberhard alto sax, composition
Jürgen Kupke clarinet
Patrick Braun tenor sax, clarinet
Nikolaus Neuser trumpet
Gerhard Gschlößl trombone
Johannes Fink cello
Taiko Saito vibraphone
Antonis Anissegos piano
Igor Spallati bass
Kay Lübke drums

Diese Konzerte sind Teil von Jazzfest Berlin – New York