Performance / Diskurs

Rest Assured. Bodi No Be Fayawood

In einer erstmaligen Zusammenarbeit mit dem Jazzfest Berlin schafft der unabhängige Weddinger Kunstraum SAVVY Contemporary eine Insel der radikalen Fürsorge und damit einen Freiraum für Begegnung, Austausch und Regeneration von Musiker*innen, Künstler*innen und Theoretiker*innen, die Gemeinschaften angehören, welche permanent daran erinnert werden, dass sich ihr Atem und der bloße Akt des Atmens dauerhaft in einem prekären Zustand befinden.

Performance von Dorothée Munyaneza während des INVOCATIONS-Programms des SAVVY Contemporary-Projekts Rhythmanalysis 2017

Performance von Dorothée Munyaneza während des INVOCATIONS-Programms des SAVVY Contemporary-Projekts Rhythmanalysis 2017

© Raisa Galofre

Die letzten Wochen, die letzten Monate, die letzten Jahre waren anstrengend. Um genau zu sein, sind einige Existenzen – besonders für Schwarze und Braune Menschen in bestimmten Gesellschaften – anstrengend und lähmend. Die Kämpfe scheinen endlos zu sein. Ständig werden wir daran erinnert, dass sich unser Atem oder der bloße Akt des Atmens für einige in einem permanenten Zustand der Prekarität befindet.

Zu Atem kommen. Ausruhen. Auftanken.

Bei all dem Druck und der Anstrengung, angesichts all der Widrigkeiten standhaft zu bleiben, vergessen wir, uns zurückzuziehen, Wege zu finden, uns neu zu beleben, uns abzuwenden, Kraft zu schöpfen. Wie können wir uns behaupten, wie gegen hartnäckig anhaltende Widrigkeiten zur Wehr setzen?

Zu Atem kommen. Ausruhen. Auftanken.

„Rest Assured. Bodi No Be Fayawood“ ist der Versuch, eine Pause einzulegen. Sich auszuruhen. Eine Gelegenheit, das Recht auf Rückzug in Anspruch zu nehmen, als Möglichkeit zur Belebung. Zu atmen. In Zeiten, in denen das Dasein und das Atmen, das Gehen, Arbeiten und Spielen als Schwarzer Mensch immer noch gefährlich ist, müssen wir Räume schaffen, Zufluchtsorte gestalten, in denen wir Trost und Wiederbelebung finden können. In einer erstmaligen Zusammenarbeit mit dem Jazzfest Berlin wird der unabhängige Kunstraum SAVVY Contemporary zu einer solchen Insel der radikalen Fürsorge, des Seins und Atmens für und mit Schwarzen und Braunen Musiker*innen, Künstler*innen und Theoretiker*innen. Nach zwei Tagen der Begegnung und Regeneration werden die Künstler*innen ihren Austausch für das Publikum öffnen – in einer INVOCATION der Poetik und Prekarität des Atems, in Musik, Performances, Vorträgen und Geschichten.

Zu Atem kommen. Ausruhen. Auftanken.

SAVVY Contemporary in Zusammenarbeit mit Jazzfest Berlin