John Cage

John Cage

© Christopher Felver

Konzert
John Cage 100

John Cage – Branches / Inlets

John Cage 100

Für John Cage war die Natur immer eine wichtige Inspirationsquelle. 1975, auf einer Tournee mit der Cunningham Dance Company, brachte der Tänzer Charles Moulton in Arizona Cage einen vertrockneten Kaktus, hielt ihn neben sein Ohr und zupfte an seinen Dornen. Dies inspirierte John Cage dazu, in seinen Werken Child of Tree (1975) und Branches (1976) auch Kakteen als Musikinstrumente zu nutzen.

Die Instrumente in Branches sind Pflanzen, vorzugsweise Kakteen, die berührt, gezupft und »gespielt« werden. Die erzeugten Klänge werden mit Kontaktmikrophonen verstärkt. Die Spieler erstellen aus der Partitur mit Hilfe des chinesischen Orakelbuchs »I Ging« ihre jeweilige Spielvorlage. Dadurch bestimmen sie, welches und wie viele Instrumente gespielt werden und wann eine Pause gemacht werden soll. Eines der Instrumente sollte eine mexikanische Bohnenrassel sein, ihr ist immer der letzte Teil der je 8-minütigen Variationen vorbehalten. Die Aufführung unter der Leitung von Peter Behrendsen kombiniert Branches mit Inlets (1977). Darin werden mit Wasser gefüllte Muscheln verschiedener Größen von den Spielern bewegt, um mit ihnen Gluckerklänge zu erzeugen. Allerdings will das nicht immer gelingen. Cage spricht von »Kontingenz«, da es keine ursächliche Beziehung zwischen Ursache (Aktion) und Wirkung (Klang) gibt.

John Cage
Branches
für verstärkte Pflanzenklänge und 4 Spieler (1976)
Inlets
für wassergefüllte Muscheln und 3 Spieler (1977)

11:00 Uhr
Inlets
Branches

12:00 Uhr
Inlets
Branches

13:00 Uhr
Inlets
Branches

Inlets

Peter Behrendsen, Künstlerische Leitung
Sabine Schall / Klara Schilliger / Valerian Maly / hans w. koch, Performance