Just for Show

Just for Show

© Jiri Volek

Tanz

Just for Show

Lloyd Newson / DV8 Physical Theatre (London)

  • 1 h 15 min, ohne Pause

Gespräch mit Lloyd Newson am 2. Dezember vor der Vorstellung um 18:00

„Um leben zu können, braucht man Illusionen.“ Dieses Zitat des Freud-Schülers Otto Rank hat die Londoner Compagnie ihrem neuesten Projekt vorangestellt. In „Just for Show“ geht es um Show und Selbstdarstellung in einer Welt, in der gut aussehen wichtiger geworden ist als gut sein. Wo Nach-Machen gleichbedeutend ist mit Selbst-Machen, wo schöne Lügen eher schäbige Wahrheiten verbergen.

Mit virtuellen Projektionen, visuellen Täuschungsmanövern und unverblümten Wortspielen untersucht die Truppe die Bedeutung von Sein und Schein in unserem Leben. Wenn die Wirklichkeit einem anderen Drehbuch folgt als dem der eigenen Träume, warum sollte man da nicht kleine Geschichten zur Selbsttäuschung erfinden?

DV8 – der Name steht für „Dance Video 8“, aber auch für „deviate“ (von der Norm abweichen) – wollen in ihrer Arbeit sowohl physische wie ästhetische Risiken eingehen und die Grenzen zwischen Tanz und Theater einreißen, um ihre Themen klar und ungeschönt zum Ausdruck zu bringen. „Wir wollen dem Tanz wieder Inhalte zurückgeben, da wo er sie durch formalisierte Techniken verloren hat“, so der Kopf der Truppe, Lloyd Newson. In Berlin waren sie zuletzt zu sehen mit „The Cost of Living“, der fulminanten Eröffnung von Tanz im August 2003.

„Just for Show“ hat beim 39. Internationalen Theaterfestival in Belgrad BITEF (16.-29. September) zwei Preise gewonnen: den Spezialpreis der Jury und den Publikumspreis.

Besetzung

Idee, Regie Lloyd Newson
Mitarbeit Gabriel Castillo
Bühne Lloyd Newson, Naomi Wilkinson
Musik John Hardy, Simon Hunt
Lichtdesign Jack Thompson
Kostüme Christina Cunningham
Videodesign Niall Black
Videokünstler Oliver Manzi

Darsteller Mikel Aristegui, Joanne Fong, David Hughes, Tanja Liedtke, Alessandra Mattana, Matthew Morris, Miguel Muñoz, Celine Perroud, Kylie Walters, Paul White

Produktion DV8 Physical Theatre
In Koproduktion mit Romaeuropa Festival – Accademia Filarmonica Rom, National Theatre, London, Théâtre de la Ville – Festival d’Automne Paris und spielzeiteuropa | Berliner Festspiele
Im Auftrag des Brighton Festival
Unterstützt von der Calouste Gulbenkian Foundation und dem British Council