Konzertfilm / On Demand
Environment

Environment – Opening MaerzMusik 2021

In der akusmatischen und filmischen Komposition „Environment“, einem außergewöhnlichen Projekt von PHØNIX16 und dem Bolivianischen Experimentalorchesters für indigene Instrumente (OEIN), spiegeln sich die intensiven Erfahrungen aus der Quarantäne im Frühjahr 2020.

Wiphala, Regenbogenfahne

Wiphala. Regenbogenfahne, Symbol indigener Bevölkerung Boliviens, Perus u.a

© Sinéad Cullen (www.sineadcullen.com) http://letscreate.sineadcullen.com/index.php/2017/12/20/atlantida/

Als Teil der Aufführung werden Stroboskopeffekte verwendet. Bei bestimmten Blitzfrequenzen können unter Umständen epileptische Anfälle ausgelöst werden. Epileptiker*innen oder Epilepsiegefährdete sollten sich vom stroboskopischen Ausleuchtbereich fernhalten.

84 Tage lang verbrachten die 25 Musiker*innen des Bolivianischen Experimentalorchesters für indigene Instrumente (OEIN) gemeinsam mit PHØNIX16 im Frühjahr 2020 in Zwangsquarantäne in der Musikakademie Rheinsberg in der Nähe von Berlin. Kurz vor Beginn des Festivals angereist, um das Eröffnungsprojekt von MaerzMusik 2020 vorzubereiten, wurden sie Opfer der sich schnell ausbreitenden COVID-19-Pandemie. Das Festival musste abgesagt werden, Grenzen wurden unvermittelt geschlossen, Reiseverbindungen unterbrochen. Was als außergewöhnliche musikalische Begegnung zwischen den beiden Ensembles begann, wurde zu einer intensiven Erfahrung des gemeinsamen Zusammenlebens und Arbeitens unter extremen Bedingungen – 84 Tage, die ihre tiefen Spuren auch im künstlerischen Prozess, in Form und Inhalt des Projekts „Environment“ hinterlassen haben.

Ein außergewöhnliches Jahr später präsentiert MaerzMusik 2021 „Environment“ in seiner neuen, veränderten Form, die vom kontinuierlichen Fortschreiten der Pandemie geprägt ist. Die Musiker*innen des OEIN können nicht persönlich anwesend sein; Hygienebestimmungen machen eine Live-Aufführung vor Publikum unmöglich. „Environment“ wird zu einer akusmatischen und filmischen Komposition für Stimmen, indigene Instrumente, Trompete, Innenklavier, Perkussion, Kinetische Klangskulpturen und Video. Ein Werk aus vielschichtigen Materialien, die die kollektive Erfahrung der Pandemie ebenso in sich tragen wie Reflexionen gegenwärtiger Erfahrungen von Umgebung, Umwelt, Milieu: sozial, naturbezogen, politisch, philosophisch, akustisch und als künstlerische Form und Praxis.

Neben der zweistündigen Bühnenproduktion – präsentiert als Film in zwei Varianten – zeigen wir eine Reihe von künstlerischen Film- und Videoarbeiten, die im Zuge des 84-tägigen Zwangsaufenthalts in der Musikakademie Rheinsberg entstanden sind.

Programm

Bernard Parmegiani
De Natura Sonorum
[a] Live-Version für Stimmen und indigene Instrumente (1975/2020)
Uraufführung

Marisol Jiménez
Cantos del Arenal
für Stimmen, Trompete, Innenklavier, Perkussion und Kinetic Sound Sculptures (2020)
Uraufführung

Carlos Gutiérrez Quiroga
en lo mas efcuro della, quando no haze luna, ni fe parece nada
für indigene Instrumente (2020)
Uraufführung

Beatriz Ferreyra
Rios del Sueño
[a] Live-Version für Stimmen und indigene Instrumente (1998 – 2000 / 2020)
Uraufführung

Besetzung

Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos (OEIN)
PHØNIX16

Timo Kreuser Konzeption & Künstlerische Leitung
Carlos Gutiérrez Quiroga Leitung OEIN
Beatriz Ferreyra, Alexis Baskind, Carlo Grippa, Kassian Troyer Klangregie / sound design
Philipp Hartmann, Miguel Hilari Filme
Komposter Kollektiv (Luka Umek, Akaša Bojič) Video
Alice Biemann Licht
Sonia Lescène, Katja Heldt Produktionsleitung

Mit Unterstützung von Goethe Institut, Musikfonds e. V. / BKM, Ernst von Siemens Musikstiftung, Berliner Künstlerprogramm des DAAD, Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin und Bundes- und Landesmusikakademie Rheinsberg.
In Zusammenarbeit mit Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden