Konzertfilm / On Demand
MaerzMusik Specials

ensemble mosaik

Konzertfilm, aufgenommen im März 2021 in den Spreehallen Berlin

Für seine Komposition hat sich Manuel Rodríguez Valenzuela von der Vorstellung des Eingeschlossen-Seins und von der Erfahrung unterschiedlicher Geschwindigkeiten anregen lassen.
Die Uraufführung von „time. cage“ wird als Konzertfilm präsentiert, der exklusiv für MaerzMusik 2021 produziert wurde.

Ansicht der Vorhanggasse im Haus der Berliner Festspiele vor dem Umbau 2010

Ansicht der Vorhanggasse im Haus der Berliner Festspiele vor dem Umbau 2010

© Berliner Festspiele, Foto: Kordula Rüter

Vergangene Termine

Die Festivalausgabe 2021 findet digital statt.
Sehen Sie diese Veranstaltung im Festivalstream oder vom 27. März bis 30. April 2021 auf MaerzMusik on Demand.

.cage

Mir gefiel die Idee, den Solo-Schlagzeuger in einem kleinen Raum voller verstärkter Instrumente einzusperren. Mit Instrumenten, die ich selbst gebaut und entworfen habe. Zunächst war es eine praktische Entscheidung, denn ein geschlossener Raum würde den natürlichen Klang der Instrumente weitestgehend aufhalten und somit nicht mit deren Verstärkung und Effekten mischen. Aber dann wurde mir klar, dass die Einhausung des Solisten viel mehr mit dem Bedürfnis nach Kommunikation unter dem Gesichtspunkt der Isolation zu tun hat. Dazu stellte ich mir einen Vogel vor, der aus seinem Vogelkäfig heraus mit anderen Vögeln singt. Jeder Satz dieses „Käfig“-Teils ist einzelnen Musiker*innen gewidmet, so als ob der Solist mit jedem von ihnen einen Dialog führen würde. Es scheint, dass Vögel aus „Eitelkeit“ singen, um anderen Vögeln fit und gesund zu erscheinen ...

time.

In den letzten Jahren wurden die Zeit und ihre Wahrnehmung zu einem wichtigen Thema in meinem Leben. Ich machte die Erfahrung eines plötzlichen Kontrasts zwischen Hochgeschwindigkeit und sehr langsamer Bewegung, und seither scheint sich meine Musik auf diesen Kontrast zu konzentrieren. Es sieht so aus, als ob unsere Gehirne uns auf unterschiedliche Weise austricksen, um mit der Menge an Informationen umzugehen, die die Technologie in unser tägliches Leben bringt. Einige Forscher*innen glauben, dass unser Hunger nach Zeit und Informationen unsere Gehirne so verändern könnte, dass wir in Zukunft verschiedene Zeitebenen gleichzeitig wahrnehmen werden.
In diesem Teil konzentriere ich mich dann auf die Wahrnehmung von Zeit in unserer Hochgeschwindigkeitsgesellschaft, aber auch aus dem Kontext der Isolation. Dafür habe ich Audio- und Videomaterial von den Musiker*innen aufgenommen, die ein Arrangement eines alten Jazz-Songs spielen. Mit diesem Material „komponiere“ bzw. bearbeite ich kurze Stücke, die verschiedene Zeiteffekte (Zeitlupe, schneller Vorlauf und Rücklauf, Wiederholungen und so weiter) benutzen.

Manuel Rodríguez Valenzuela

Programm

Manuel Rodríguez Valenzuela

time. cage
Multimediales Instrumentaltheater
für Schlagzeug, Ensemble, Elektronik und Video
Uraufführung

Besetzung

Ensemble Mosaik
Enno Poppe Leitung
Bettina Junge Flöte
Simon Strasser Oboe
Christian Vogel Klarinette
Martin Losert Saxofon
Roland Neffe Schlagzeug
Ernst Surberg Synthesizer
Adrian Pereyra E-Gitarre
Chatschatur Kanajan Violine
Karen Lorenz Viola
Mathis Mayr Cello
Arne Vierck Klangregie

Roberto Maqueda Schlagzeug solo

Manuel Rodríguez Valenzuela Regie
Jakob Klaffs Kamera und Schnitt
Arne Vierck Ton
N. N. Licht

Mit Unterstützung der Fundación BBVA