Szenische Lesung / Livestream
Stückemarkt

Midnight Movie

von Eve Leigh
in der Übersetzung von Henning Bochert

In „Midnight Movie“ verwebt Eve Leigh virtuos alles, was uns in der Netzwelt begegnet und widerfährt und richtet sich dabei explizit an die Menschen, die nur selten im Theater erreicht und mitgedacht werden.

Eve Leigh

Eve Leigh

© Tom Penn

  • 1 h
  • In deutscher und englischer Sprache und deutscher Gebärdensprache

Die Festivalausgabe 2021 findet digital statt.
Den Link zum Stream stellen wir ab 13. Mai um 12 Uhr an dieser Stelle bereit.
Diese Produktion ist bis 19. Mai um 23:59 Uhr verfügbar.

Verfasst als Autofiktionsstück, erzählt Eve Leighs „Midnight Movie“ von einer jungen Frau, die unter chronischen Schmerzen leidet. Ihre schlaflosen Nächte verbringt sie einsam im Internet, wo sie versucht, der Realität Tab für Tab und Story für Story zu entfliehen. Dabei verknüpft die Autorin geschickt Beschreibungen des eigenen Zustands mit Geschichten aus verschiedenen Internetforen. „Midnight Movie“ ist ein Text, der mit großer Sensibilität und Poesie auch die Menschen erreicht, deren physische Abwesenheit im Theater meist nicht hinterfragt wird.

Teil des Textes „Midnight Movie“ von Eve Leigh ist ein E-Mail-Versand, für den Sie sich unter anmelden können. Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie, über einige Tage nach dem Stream am 18. Mai verteilt, mehrere E-Mails mit zusätzlichem Textmaterial aus „Midnight Movie“.
Ursprünglich war dieser künstlerische Zusatz für jene Menschen gedacht, deren physische Körper nicht während der Vorstellung im Theater anwesend sein können und die dennoch ein Teil von ihr sind. Obwohl die Lesung beim diesjährigen Stückemarkt digital stattfindet und dadurch einige Barrieren abgebaut werden können, möchten wir an der Idee festhalten.

Stückemarkt-Jurorin Jackie Sibblies Drury zum Text
Eve Leigh widmet ihr wunderbares Stück “Midnight Movie” den “digitalen Gespenstern”, einer Gruppe, zu der mehr von uns gehören, als wir uns vor 2020 noch hätten träumen lassen. Aber Eve Leigh ist mit der Voraussicht gesegnet, die viele große Künstler*innen haben: In ihren Überlegungen zu Krankheit und Schmerz, digitaler Gemeinschaft und entkörperter Intimität spricht sie nicht nur über den aktuellen Zustand unserer Gesellschaft, sondern auch über die Ungleichheit und Entfremdung, die das digitale Zeitalter schon lange vor COVID-19 bestimmten.
Der Text des Stücks ist zugleich präzise und gemeinschaftlich. Es ist eine Einladung an Künstler*innen und Zuschauer*innen, die Aufführung persönlich, mit allen Sinnen und beinahe intuitiv mit zu erschaffen. Zudem stellt das Stück die Bedingung auf, inklusiv präsentiert zu werden, damit es wirklich jede*r ungeachtet etwaiger Einschränkungen erleben kann. Dieses Vertrauen ist großzügig und selten. Und noch seltener ist es vielleicht, einen Raum wie „Midnight Movie“ zu finden, in dem wir die Möglichkeit haben, über unsere Menschlichkeit nachzudenken, während so viele von uns – physisch, metaphorisch oder auch ganz entschieden nicht metaphorisch – nicht mehr die Fähigkeit besitzen, „den Unterschied zwischen dem ‚wahren Leben‘ und einem Bildschirm zu sehen“.

Künstlerisches Team

Verena Regensburger Szenische Einrichtung
Gwendolin Lehnerer Dramaturgie
Anne Laure Jullian de la Fuente Ausstattung
Simon Popp Musik
Franziska Dommasch Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache

Mit
Kassandra Wedel

Wir danken den Münchner Kammerspielen / Habibi Kiosk für die freundliche Unterstützung bei der Realisierung des Livestreams.