Konzert

Concertgebouworkest Amsterdam

Renée Fleming, Sopran
Daniel Harding, Leitung
Strawinsky | Messiaen | Debussy

Das Concertgebouworkest eröffnet die Reihe der Igor Strawinsky gewidmeten Konzerte beim Musikfest Berlin mit dem Ballett „Agon“ von 1957. In dem späten Werk sind deutliche Spuren aller Schaffensphasen Strawinskys herauszuhören. Ihm zur Seite stehen Werke seiner Zeitgenossen Olivier Messiaen und Claude Debussy – wichtige Einflüsse und zugleich größtmögliche stilistische Kontraste.

Igor Strawinsky spielt Lyra auf einem abgenommenen Citroën-Kühlergrill, um 1933

Igor Strawinsky spielt Lyra auf einem abgenommenen Citroën-Kühlergrill, um 1933

Foto: André Schaeffner © Paul Sacher Stiftung, Basel: Sammlung Igor Strawinsky

Vergangene Termine

Abendprogramm Concertgebouworkest Amsterdam 31.08.2021 PDF, 2,9 MB

Konzerte online
Aufzeichnung des Konzerts in der Digital Concert Hall,
verfügbar am 1. September 2021, 20:00
Aufzeichnung des Konzerts auf Musikfest Berlin on Demand,
verfügbar 2. September 2021, 16:00 – 12. September 2021, 16:00

Mit dem Concertgebouworkest aus Amsterdam verbindet das Musikfest Berlin eine jahrzehntelange Zusammenarbeit, der das Musikleben der Stadt viele Glanzlichter verdankt. Die Amsterdamer eröffnen die Konzertreihe zum Festivalschwerpunkt: Igor Strawinsky, vor allem dessen wenig beachtetes Spätwerk. „Agon“, geschrieben für das New York City Ballett, steht am Übergang in diese letzte Schaffensphase des Weltbürgers aus Russland. In den fünf Jahren ihrer Entstehung, vom ersten Entwurf bis zum Abschluss des Werks, vollzog der Komponist die Metamorphose zur Reihenkomposition als einer Methode besonderer Transparenz und Klarheit. Das Ballett hat keine Handlung, es ist als Revue von Tänzen konzipiert, die Strawinsky einem französischen Lehrbuch aus dem 17. Jahrhundert entnahm. Die musikalische Form gleicht daher einer Suite, die durch Vor- und Zwischenspiele gerahmt und gegliedert ist. Sie eignet sich umstandslos für den Konzertgebrauch.

„Agon“ – Wettstreit, Auseinandersetzung – kann als Leitgedanke über diesem Programm stehen. Strawinsky, für den Frankreich die wichtigste und einflussstärkste Station seit seiner Emigration aus Russland war, wird Komponisten gegenübergestellt, die er und die ihn schätzten, und die gleichwohl auf entschiedener ästhetischer Differenz zu ihm bestanden. Diese liegt in der Einstellung zu Expressivität und Rhythmus. In Olivier Messiaens „Poèmes pour Mi“ (so der Kosename seiner ersten Frau, der Komponistin und Geigerin Claire Delbos) findet sich bereits die Mischung aus Spiritualität und Erotik, die später so großformatige Werke wie die „Turangalîla-Symphonie“ bestimmte. Der Zeitfluss der neun Lieder ist durch rhythmische Muster organisiert, die gleichsam den Augenblick zum Verweilen zwingen sollen. Debussys Symphonische Skizzen aber sind der Präzedenzfall einer Rhythmik, die Messiaen so beschrieb: „Indem er die Natur betrachtete, hat Debussy den beweglichen Charakter, die unaufhörliche Wellenbewegung begriffen, die er in seine Musik übertrug, und deshalb war er einer der größten Rhythmiker aller Zeiten.“

Konzertprogramm

Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Agon (1957)
für Orchester
Lincoln Kirstein und George Balanchine gewidmet

Olivier Messiaen (1908 – 1992)
Poèmes pour Mi (1937)
für Sopran und Orchester

Claude Debussy (1862 – 1918)
La Mer – drei symphonische Skizzen (1903 – 1905)
für Orchester

Die Igor Strawinsky und Carlo Gesualdo gewidmeten Gastspielkonzerte am 31. August, 6., 8., 13. und 15. September werden gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Aventis Foundation.

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Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin