Konzert

Ensemble Musikfabrik II

Enno Poppe: „Prozession“
Enno Poppe, Leitung

Dass ein erfahrener Komponist wie Enno Poppe sich beim Schreiben eines Stückes derart selbst überrascht wie in diesem Fall, ist äußerst selten. „Prozession“ hat er sein neues Werk genannt – eine musikalische Reise gemeinsam voranschreitender Instrumentalsoli des Ensemble Musikfabrik.

Paolo Monti, Arkaden, Venedig 1953

Paolo Monti, Arkaden, Venedig 1953

© Paolo Monti - Serie fotografica (Venezia, 1969) - BEIC 6331354,CC BY-SA 4.0

Vergangene Termine

„Hier ist irgendetwas passiert, was ich so noch nie geschrieben habe.“ Wer seine Arbeit „Prozession“ nennt, sollte sich eigentlich nicht wundern, wenn sich im Verlauf der Entstehung unerklärliche Dinge ereignen. Enno Poppe staunt trotzdem, wohin ihn die Reise in diesem oft extrem sparsam instrumentierten Ensemblewerk geführt hat. Dass kleinste Zellen und einsame Motive ins schier Unendliche wachsen, ist man von ihm beinahe schon gewohnt. Die Versenkung in das Material, die Ruhe, mit der er die Klänge hier in Bewegung setzt und dabei ihren kleinsten Windungen folgt, hat allerdings etwas beinahe Religiöses. „Prozession“ ist ein Ritual, es ist eine Welle, die langsam und unerbittlich alles erfasst und behutsam mit sich fortträgt, die abebbt, sich verliert und wieder neu formiert.

Mit den Musiker*innen der Musikfabrik verbindet Enno Poppe eine lange und intensive Zusammenarbeit als Komponist und Dirigent. Den berückenden Soli, die dieser kunstreligiöse Gang in aller Seelenruhe zelebriert, ist die Vertrautheit anzuhören. Das Solistenensemble für zeitgenössische Musik aus Köln ist der ideale Klangkörper für Enno Poppes Expedition ins Unbekannte, in der ausgerechnet die E-Gitarre besonders heilige Momente garantiert.

Konzertprogramm

Enno Poppe (*1969)
Prozession (2020)
für großes Ensemble

Kompositionsauftrag von Ensemble Musikfabrik, Bernd und Ute Bohmeier, Festival AFEKT und Kunststiftung NRW

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin