Tanz

Past, present and the future

Mood Dance Collective
Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)

Es ist nur eine Erinnerung, doch plötzlich wird Vergangenheit zur Gegenwart und blockiert uns, hindert uns, stoppt uns weiterzumachen.
Und gestaltet nicht nur unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern auch unsere Zukunft.
In diesem bewussten und unbewussten Geflecht aus Abhängigkeiten wird der Tanz zur einzigen Möglichkeit, den Bann der Erinnerungen zu brechen.

Past, present and the future

Past, present and the future

© Oliver Look

Vergangene Termine

Zum Mood Dance Collective, einem Tanzkollektiv aus dem Raum NRW, gehören Rayboom (Rymon Zacharei), Camilo Störmann und Nadine Kraus. Die drei kannten sich bereits aus verschiedenen Kursen und Workshops sowie von Festivals, richtig zusammengefunden haben sie schließlich bei der Zusammenarbeit an einem größeren Projekt für Jugendliche. Rayboom als Leiter, Tänzer und Choreograf trat 2019 nach dem gelungenen Auftritt mit einer neuen Idee an die jungen Künstler*innen Camilo und Nadine heran. Es sollte ein Duo über die Zeit und ihre Verwobenheit entstehen. Gemeinsam wurden Ideen entwickelt und Bewegungsmaterial geschaffen. Vor allem urbane, zeitgenössische und experimentelle Einflüsse prägten die Uraufführung des Stücks „Past, present and the Future“ im November 2019. Nicht viel später wurde das gemeinsame Schaffen durch die globale Covid-19-Pandemie erschwert. Doch entstanden sind neue Perspektiven auf die Thematik. Plötzlich scheint man von außen gestoppt und gehindert zu werden, doch der Tanz bleibt, verbindet und bildet ein Tor zur Zukunft.

Mit
Nadine Kraus, Camilo Tupac Amaru Störmann

Rymon Zacharei Konzept, Idee

Rymon Zacharei zusammen mit den Tänzer*innen Nadine Kraus und Camilo Tupac Amaru Störmann Choreografie

Rymon Zacharei, geboren 1985 in Bagdad, bekannt unter dem Künstlernamen „Rayboom“, ist ein Tänzer im Bereich Hip-Hop und diversen Urban-Tanzstilen wie Popping und Locking House. Seit 2005 arbeitet er als Trainer, Choreograf und Tänzer. Sein Tanzstil zeigt eine Kombination aus Hip-Hop-Elementen, verschiedenen Kampfsport-Bewegungen und zeitgenössischem Tanz. Im Jahre 2010 begann er, als Tanzlehrer im Tanzhaus NRW in Düsseldorf zu unterrichten, wo er die neue Jugend-Tanzkompanie B2B gründete. sowieso vielerlei Hip-Hop-Projekte mit Jugendlichen leitet. Er ist Mitglied der Crew Bad News M.P. und aktuell ein Crew-Mitglied der Tanzgruppe Flying Steps, die mit ihrem Tourmodell „Flying Bach“ dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. 2017 gewann er den Förderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf als Nachwuchskünstler der Darstellenden Kunst.

Zur Auswahl für die Jury Felix Berner

Mit Leichtigkeit und unbändiger Bewegungsfreude stellen die beiden Tänzer*innen in diesem Stück universelle Fragen zum Umgang mit der eigenen Biografie. In zarten, stillen, wilden und kämpferischen Momenten laden sie die Zuschauer*innen auf eine Reise ein, die nur über die Formsprache des Tanzes erzählt wird. Beim Anschauen kommen in mir Fragen auf: Wie gehen wir mit unserer Vergangenheit und unseren Erinnerungen um? Könnte dieser Umgang vielleicht spielerischer, kraftvoller und gleichzeitig auch leichter sein? Mit welcher Energie setzen wir emanzipatorische Prozesse in Kraft, um unsere eigene Zukunft zu gestalten? Mit großer Dynamik und Musikalität greifen, ja attackieren die beiden Tänzer*innen mit kraftvollen Bewegungen den Raum. Dabei verweben sie gekonnt verschiedene tanzstilistische Einflüsse zu etwas Neuem, etwas Eigenem, das sich einer stilistischen Einordung entzieht. Die beiden Tänzer*innen machen das Thema des Stücks in einer Dringlichkeit und Expressivität erfahrbar, wie es eine rein intellektuelle Auseinandersetzung allein wohl nicht schaffen könnte. Tanz und Bewegung als lebensbejahende Kraft für positive Veränderung und persönliche Weiterentwicklung. Ich bin begeistert und inspiriert!