Tanz / Film

BODYBILDER

tanzmainz club am Staatstheater Mainz
Mainz (Rheinland-Pfalz)

Wie betrachten wir Körper? Welche Körper finden wir schön, welche nicht und was ist eigentlich ein „normaler“ Körper? Wer oder was prägt unser Urteil? Wie beeinflussen Körperdarstellungen in den Medien den Umgang mit unserem eigenen Körper?

BODYBILDER

BODYBILDER

© De Da Productions

Vergangene Termine

Mit diesen Fragen beschäftigten sich Jugendliche gemeinsam mit einem professionellen Team über mehrere Monate sowohl in direktem Dialog als auch abstrakt tänzerisch. Bunte Sitzsäcke dienten dabei als bespielbares Material und formbare Körper ohne Idealform. Sie verwandelten sich unter anderem in Werkzeug, Projektionsfläche und Partner*in. Aus gemeinsam entwickelten Choreografien und Texten entstand die Film-Collage „BODYBILDER“.

Der tanzmainz club ist am Staatstheater Mainz situiert, wird von Marina Grün geleitet und macht jede Spielzeit mindestens ein Projekt. Teil der Idee ist, dass bei jedem Projekt neue Teilnehmer*innen mitmachen, sodass möglichst viele Menschen die Gelegenheit haben, im Theaterkontext intensiv künstlerisch zu arbeiten. Der tanzmainz club probt wöchentlich zwei bis drei Stunden im Tanzsaal des Staatstheaters.

Im Film „BODYBILDER“ sind sieben junge Frauen im Alter zwischen 11 und 18 Jahren zu sehen, die alle zum ersten Mal am tanzmainz club teilnahmen und sich in diesem Projekt kennenlernten.

Mit
Milena Breideband, Sara Bursac, Royem Gültekin, Elena Horne, Katrin Kia, Sarah Kia, Nele Wegerle

Marina Grün Künstlerische Leitung
Marina Grün, Katelyn Skelley Konzept und Choreografie
Johannes Birlinger Sound- und Musikkomposition
De-Da Productions Video, Fotos
Ronja Bendel Kostüme
Veronika Regler Assistenz und Interviews

Das Projekt „BODYBILDER“ wurde durch Zur Bühne – das Förderprogramm des Deutschen Bühnenvereins im Rahmen von Kultur macht stark Bündnisse für Bildung gefördert.

Marina Grün ist Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreografin. Sie studierte Zeitgenössischen Tanz an der Anton Bruckner Universität in Linz sowie Modern Theatre Dance an der Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten. Nach ihrem Abschluss 2013 arbeitete sie freiberuflich als Tänzerin in zahlreichen Ensembles im In- und Ausland. Neben ihrer tänzerischen Tätigkeit begann Marina Grün bereits mit 16 Jahren, Tanz zu unterrichten, und arbeitet seitdem stetig im Kontext der Tanzbildung und Tanzvermittlung. Sie vertiefte ihre künstlerisch-pädagogische Arbeit mit dem Studium Contemporary Dance Education an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. unter der Leitung von Prof. Ingo Diehl, das sie Anfang 2020 mit einem M. A. abschloss. Seit der Spielzeit 19/20 ist Marina Grün fest am Staatstheater Mainz als Tanzvermittlerin tätig.

Katelyn Skelley ist Tänzerin, Tanzvermittlerin und Choreografin. Nach ihrem Bachelorabschluss in Tanz an der New York University arbeitete sie als Tänzerin, Probenleiterin, Tanzlehrende und Choreografin in zahlreichen Kompanien und Universitäten in den USA. Sie ist Gründungsmitglied des TU Dance Centers in Minnesota, wo sie pädagogisch und choreografisch mit Menschen verschiedenster kultureller und sozialer Hintergründe arbeitete. Katelyn hat einen M. A. in Contemporary Dance Education der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.

Zur Auswahl für die Jury Bahar Gökten und Han Nguyen

Weich, rund und formbar.
Zum Tragen, Halten, Umarmen und Rüberspringen.
Sich darunter, darüber, dazwischen Befinden.

„BODYBILDER“, ein ehrlicher und intimer Blick von sieben jungen Menschen auf die Körper, denen sie im Alltag und auf Social-Media-Plattformen begegnen. In ihrem Kurzfilm teilen sie ihre Gedanken mit uns, brechen vorgegebene Ideale und zeigen auf, wie unterschiedlich Körper sein können. In verschiedenen Duetten mit bunten Sitzkissen entstehen besondere Bilder, wobei die Performer*innen teilweise mit ihnen zu verschmelzen scheinen. Sonderbar, merkwürdig und lustig können Körper sein. Stehen alleine, zu zweit oder in einer Gruppe. Und dennoch individuell.

„BODYBILDER“ bestärkt dazu, sich in einen Raum der Reflexion zu begeben und diesen, trotz dem Ernst des relevanten Themas, spielerisch und frei zu erkunden.

Liegt die Utopie vielleicht doch in einem Sitzkissen?