Tanz

LIEBLOS (For The Sake Of…)

Tanzhaus Wuppertal
Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)

Das Stück „LIEBLOS“ ist aus einer Performance-Reihe entstanden, die wir in den letzten Monaten in Wuppertal etabliert haben. Das Konstrukt ist immer dasselbe: Zwei Tänzer*innen begegnen sich in einer kurzweiligen Performance. Musik, Story und Bewegungsqualität sind nur flüchtig abgesteckt. Alles Weitere unterliegt dem Moment.

LIEBLOS (For The Sake Of…)

LIEBLOS (For The Sake Of…)

© Philipp M. Czampiel

Vergangene Termine

Uns interessiert nicht so sehr die Frage Wofür...?, sondern eher die Überlegung: Brauchen wir immer ein „Wofür“, a sake, eine Absicht/Intention. Denn das Konzept dieser vermeintlichen Notwendigkeit gerät vor allem dann ins Wanken, wenn wir eine Performance beobachten, deren Intention die Spontanität ist, deren Absicht lieblos ist, deren Handlung die augenscheinliche Abwesenheit einer Handlung ist. Der rote Faden wird gesponnen, während wir ihm folgen. Genauso unmittelbar gestalten sich unsere Locations; Innenhöfe, Vorgärten, Terrassen, Bürgersteige … Das Publikum sind die Menschen, die schon da sind, Nachbarschaften, Passanten, jede*r die*der stehen bleibt und zuschaut.

„Die Pandemie ist unübersehbarer Co-Pilot unseres Stückes. Das Format basiert auf den Einschränkungen dieser Zeit. Es war der Versuch, Tanz trotz Hindernissen sicht- und erlebbar zumachen. Ein Publikum, das sich organisch aus dem Umfeld ergibt, ein Ensemble, das ausschließlich in Duetten auftritt, eine nahbare Erfahrung auf Distanz.“
Lillian Ronsdorf

Mit
Eliana Alakus, Elisa Castagna, Lara Freimuth, Isabell Jäger, Dora Pavlovic, Lillian Ronsdorf, Paula Rosenkaymer, Sophie Savtchenkov, Stina Schnickmann

Luca Völkel Konzept, Leitung, Idee

Luca Völkel in Zusammenarbeit mit den Tänzer*innen Choreografie

Special Credits an Kristopher Zech und Ateş Kaykilar

Luca Völkel: Ich habe mit neun Jahren selbst im Tanzhaus Wuppertal meine ersten Schritte gemacht. Mein Interesse lag schnell vor allem im Zeitgenössischen Tanz, mit nachhaltiger Wirkung angeleitet von Kristopher Zech. Nach dem Abitur tanzte ich unter der Leitung von Marguerite Donlon im Ballett Hagen. Danach entschied ich nach Frankfurt zu gehen, um dort Tanz zu studieren. Seit mehreren Jahren unterrichte ich vor allem Kinder in Zeitgenössischem Tanz und Improvisation und arbeite freiberuflich als Tänzer.

Zur Auswahl für die Jury Silke Gerhardt

Tanz ist eine flüchtige Kunst und flüchtig ist der Moment, in dem Jugendliche eine Bühne erschaffen zwischen Vorgärten, Hecken und Gartenzäunen irgendwo in Wuppertal. Der Tanzboden, rauher Asphalt, trägt die kraftvollen Bewegungen der Tanzenden zu einem kleinen Publikum aus Familie, Freund*innen und Nachbarschaft. Die 15-minütigen Miniaturen, improvisiert zu gemeinsam ausgewählter Musik, stehen in ihrer Einmaligkeit für sich. Irgendwo in der Stadt ploppen sie auf und schaffen einen künstlerischen Moment in Zeiten, in denen nichts möglich zu sein scheint. Sie verzaubern, lassen träumen und genießen. Die veränderten Produktionsbedingungen zwingen, neue Wege zu suchen und kreieren Projekte, die sonst vielleicht in dieser Form nicht entstanden wären. Die jungen Akteur*innen vom Tanzhaus Wuppertal haben in den schwierigen Zeiten mit diesem Improvisationsformat ihre kreative Form gefunden, weiter künstlerisch tätig zu sein. Faszinierend, wie pur und mit welcher Hingabe das individuelle Bewegungsmaterial präsentiert wird. Nichts, was ablenkt, man ist ganz in den Bann tanzender Körper gezogen. Mutig und frei bewegen sie sich im öffentlichen Raum. Zu schnell ist der Augenblick verflogen. „LIEBLOS“ lässt uns Zuschauende gespannt auf den nächsten flüchtigen Moment zurück.

Im Tanzhaus verstehen wir uns als Familie. Viele von uns sind seit Kindertagen zusammen im Training und auf der Bühne. Andere haben später ihren Weg zu uns gefunden. Außerdem kommen die Tanzenden aus den verschiedensten Spektren, manche erinnern sich noch an ihre klassischen Wurzeln, andere sind von urbanen Stilen geprägt und wieder andere haben ihre ersten Tanzschritte im Tanzhaus gemacht. In unserer zeitgenössischen Projektarbeit kommen alle zusammen, wir trainieren in den unterschiedlichsten Stilen, wollen uns nirgendwo festfahren. In einem Projekt wie diesem, das so viel Raum für Improvisation lässt, können die Tanzenden alles zitieren, was in Kopf und Körper gespeichert ist und on top nach neuen Pfaden forschen. „LIEBLOS“ sind Dora, Sophie, Eliana, Paula, Lilli, Stina, Lara, Elisa und Isabell!