Tanz

HerStory and Sisters*

Company Women Performing For Feminism, Kulturwerkstatt KAOS
Leipzig (Sachsen)

Warum jetzt noch Feminismus?
Es geht um Zusammenhalt. Um Solidarität und Freiheit. Etwas, das die Spieler*innen nicht nur erzählen und zeigen, sondern auch greifbar machen wollen. In der Performance „HerStory and Sisters*“ begibt sich die Company Women Performing for Feminism auf die Bühne und erzählt ihre Geschichten.

HerStory and Sisters*

HerStory and Sisters*

© Miguel Löhmann

Vergangene Termine

Wutgeladen wird die eigene Angst und Verzweiflung genutzt, um Kraft zu schöpfen und einen künstlerischen Prozess zu starten.
Es wird ein feministischer Schutzraum geschaffen, der FLINTA*-Menschen unterstützen will und Diskriminierungs- und Unterdrückungsmechanismen so klein wie möglich halten soll. Jede Frau der Company nutzt die Performance, um den Versuch zu starten, ihre Ressourcen zu erkunden und sich ihrer Kräfte bewusst zu werden. Ein Versuch, Geschichten zu teilen, sich mit den Schwestern zu verbünden und gemeinsam den feministischen Kampf gegen das Patriarchat zu führen.
Darum Feminismus.

Wir, die Company Women Performing for Feminism, kennen uns in der Konstellation seit September 2020. Wöchentlich haben wir uns in der Performance- und Theaterwerkstatt der Kulturwerkstatt KAOS zu dem Thema „Bühne und Feminismus“ getroffen. Gemeinsam wurden Choreografien geprobt, dekonstruiert, hinterfragt, neu zusammengesetzt und in ihrem Ursprung und ihrer Bedeutung in Übungen und Gesprächen hinterfragt und in einen politischen Kontext gebracht. Der eigene Körper, seine Bewegungen und inneren Impulse als Ausdruck der eigenen und gesellschaftlichen Geschichte, einer weiblichen Geschichte, neu und anders von Frauen gelebt und erzählt. Die künstlerische Leiterin Lisa Wilfert verstand sich den gesamten Zeitraum der Erarbeitung über als Mentorin und begleitete den Prozess mit künstlerischen Impulsen und Methoden des Empowerments. Eine Gruppe, die bunt zusammengemischte Menschen aus allerlei Kontexten einen gemeinsamen Nenner gibt: mit Kunst in den Kampf für die Freiheit.

Mit
Ryan Behrendt, Sophie-Marie Hertel, Jenna Kucera, Marlene Schmitzer, Josephine Scholl, Lilly Schubert, Luana Weiß

Lisa Wilfert Choreografie und Künstlerische Leitung
Chiara Dietze Assistenz
Joseph Naumann Technik

Lisa Wilfert wurde 1990 in Leipzig geboren. Schon mit 19 Jahren arbeitete sie als Honorarkraft im Fachbereich Tanz-Theater-Musik in der Kulturwerkstatt KAOS, bevor sie ihr Schauspielstudium in Bern angefangen hat. Als Studentin wurde sie u. a. in den Bereichen Tanz, Projektmanagement und Schauspieltechnik ausgebildet. Seit ihrem Abschluss agiert sie als Darstellerin auf der Bühne, leitet Projekte und Produktionen und arbeitet als Choreografin, wie für die Performance „HerStory and Sisters*“.

Zur Auswahl für die Jury Han Nguyen

„I’m a literal legend“, schreit es wie eine Hymne aus den Musikboxen. Die Tänzerinnen nehmen das Zentrum der Bühne ein. Mit Glitzerwesten, Zebra-Leggings, Schweißbänder und Ohrenhasen verlangt ihre Präsenz geradezu danach, bereits in den ersten Sekunden aufzufallen.
„HerStory and Sister*“ thematisiert die alltäglichen Kämpfe der Frauen*. Was passiert, wenn man genau ihnen* den Raum gibt, zu erzählen? Im Zusammenwirken von Bewegungen und Worten entfaltet sich die aufgestaute Wut. Doch die Tänzerinnen verbleiben nicht dabei und nutzen die Energie, um aufzuklären. Wir erleben, wie die Gruppe auf die Suche nach einem intuitiven Zugang zu ihren Körpern geht. Wir sehen wechselnde Bilder von Gruppensequenzen und Solomomente. In ihnen finden sie Unterstützung und Impulse, ihre Gedanken frei auszudrücken. Sie scheuen sich nicht davor, entgegen gesetzter Ästhetik eine Form zu entwickeln, die ihre Forderung nach Selbstberechtigung unterstreicht. Die Bewegungssprache ist bunt, schrill und provoziert. Die Brüche von Provokation und Zärtlichkeit geben der Thematik die Komplexität und Sinnlichkeit wieder. Mit dem Tanzstück entstand eine kraftvolle und euphorische Auseinandersetzung, die den Stereotypen trotzt.

Die sieben jungen Frauen nahmen sich die Bühne in ihrer ganzen Freiheit. Zum Ende verbleibt deren Präsenz und es ist klar, dass ihre Kämpfe für die Frauen* über die Bühnenzeit hinausgehen.