Screening
Julia Stoschek Collection

A Minute Ago

Rachel Rose
2014 / Einkanal-HD-Videoinstallation / Farbe / Ton

Mit ihrer Videoarbeit „A Minute Ago“ (2014) lässt die amerikanische Künstlerin Rachel Rose die Zuschauer*innen – zwischen Strandsequenzen, Hagelschauern und dokumentarischen Interviewaufnahmen – teilhaben am Spiel mit der flüchtigen Präsenz.

Ein Gemälde einer heroischen Landschaft, im Vordergrund tragen zwei Totenträger einen im Tuch eingehüllten Körper.

Rachel Rose, A Minute Ago, 2014. Einkanal-HD-Videoinstallation, 8'43", Farbe, Ton

Courtesy of the artist and Pilar Corrias, London. Leihgabe der JULIA STOSCHEK FOUNDATION, Berlin/Düsseldorf. Teil von: Rachel Rose, Palisades, 2015, Mixed-Media Videoinstallation; 2 Videos, Audioarbeit, spezialangefertigte Lautsprecher, Teppich

  • 8 min 43 sec

Wie in vielen Arbeiten von Rachel Rose bildet ein konkreter räumlicher Bezug den Ausgangspunkt von „A Minute Ago“. Ein Amateurvideo an einem Strand in Sibirien eröffnet die Sequenz und begründet mit der Bemerkung eines Strandbesuchers den Titel der Arbeit: „It was a perfect weather a minute ago“ (dt. „Bis vor einer Minute war das Wetter grandios.“). Schlagartig verwandelt ein apokalyptisch anmutender Hagelsturm die Freude über den heißen Sommertag in schiere Angst, verstärkt durch das Erklingen von Pink Floyds Komposition „Echoes“. Die nächste Szene versetzt die Betrachter*innen in eine der berühmtesten Architekturikonen der Moderne, dem 1949 von Philip Johnson in Connecticut errichteten Glass House. Johnson selbst führt – wie ein flüchtig unscharfes Hologramm erscheinend – durch sein ehemaliges Wohnhaus. Überlagert mit Aufnahmen von Nicolas Poussins Gemälde „Das Begräbnis des Phokion“ (1648) bleibt der Tote unterwegs, während das Glashaus mit seinen durchsichtigen Fronten selbst zum Sinnbild wird.

Teil von:
Rachel Rose, „Palisades”, 2015, Mixed-Media-Videoinstallation, 2 Videos, Audioarbeit, spezialangefertigte Lautsprecher, Teppich