Kino
70 Jahre Berliner Festspiele

Bremer Freiheit – Frau Geesche Gottfried

Ein bürgerliches Trauerspiel von Rainer Werner Fassbinder
1972 / Farbe
Fernsehbearbeitung durch R.W. Fassbinder
Mit dem Ensemble des Bremer Theater

Mit seinem bürgerlichen Trauerspiel „Bremer Freiheit – Frau Geesche Gottfried“ erzählt Rainer Werner Fassbinder die Geschichte einer Frau, die im frühen 19. Jahrhundert in Bremen lebt und reihenweise Personen vergiftet, die sie zuvor quälten.

Der Schauspieler Uli Lommel in Nahaufnahme. Seine untere Gesichtshälfte wird von seiner aufgeschlagenen Zeitung bedeckt. Er blickt nach links.

Ulli Lommel in: Rainer Werner Fassbinder, „Bremer Freiheit. Frau Geesche Gottfried“, 1972. Film, Farbe, Ton. Filmstill

© SR | Fassbinder Foundation | Verlag der Autoren GmbH

  • 86 min
  • Deutsch ohne Untertitel

Es ist die Zeit seiner Ehe mit Ingrid Caven und den Wochenenden in Paris des Jahres 1971. Rainer Werner Fassbinder schreibt an seinem 16. Bühnenstück über die junge Frau Geesche, die nacheinander ihre Tyrannen beseitigt: zuerst ihren Mann, dann ihre Mutter, ihre beiden Kinder, ihren neuen Verlobten usw. Insgesamt kommen 15 Menschen durch Geesches Kaffeegemisch binnen 90 Minuten zu Tode. Geesche Gottfried war 1831 in Bremen die letzte Frau, die öffentlich enthauptet wurde. Noch heute gibt es einen Erinnerungsstein am Bremer Dom. Das Theaterstück ist der Beginn von Fassbinders Werken über Frauenemanzipation. Noch im selben Jahr inszeniert er es in Bremen und wird damit 1972 zum ersten und einzigen Mal nach Berlin zum Theatertreffen eingeladen. Neben dem Starensemble mit Carstensen, Hirschmüller, Raab, Lommel, Schygulla und Fassbinder selbst fällt das Bühnenbild besonders auf: ein paar Möbel und eine den kompletten Bühnenhintergrund rahmende Videoprojektion, ein roter Meeresschlund und kein Entrinnen.

„Ich habe dich davor bewahren wollen, das Leben, das du führst, noch weiter führen zu müssen.“ Geesche Gottfried in: „Bremer Freiheit“ (1971), R.W. Fassbinder

Regie Rainer Werner Fassbinder
Ausstattung Kurt Raab
Kamera Dietrich Lohmann, Hans Schugg, Peter Weyrich
Mit Margit Carstensen, Wolfgang Schenck, Wolfgang Kieling, Lilo Pempeit, Ulli Lommel, Hanna Schygulla, Kurt Raab, Fritz Schediwy, Rudolf Waldemar Brem, Walter Sedlmayr

© SR | Fassbinder Foundation | Verlag der Autoren