Vortrag & Gespräch

Bureau for Hybridising Encounters

Floating University Berlin

Floating University Berlin erprobt alternative, biodiverse Formen des Zusammenlebens in dem partiell kontaminierten Regenwasserrückhaltebecken des ehemaligen Flughafen Tempelhof. Das ICC wird für zehn Tage zum „Bureau for Hybridising Encounters“ des Floating e. V., welcher durch Gespräche, Projektionen und einen offenen Archivierungsprozess die Themen der Aktivierung und Umnutzung von städtischen Räumen vor Ort erforscht.

Eine Gruppe von Menschen im Stuhlkreis unter freiem Himmel. Im Bildhintergrund rechts ist eine Konstruktion mit einem ballonartigen, weißen Dach zu sehen. Im Bildhintergrund links eine Raumkonstruktion, auf dessen Treppen Menschen sitzen.

Floating University Berlin

© Constanze Flamme

2018 wurde die Floating University Berlin vom Architekturbüro raumlaborberlin als ursprünglich temporäres Laboratorium für kollektives Lernen und kooperierendes Forschen initiiert. Seit 2019 befindet sich der Floating e. V. – ein von Künstler:innen geführter Verein - auf dem Gelände des Regenrückhaltebeckens des ehemaligen Flughafen Tempelhof und besiedelt diesen ungewöhnlichen Ort. Das Becken – eine voll funktionsfähige urbane Infrastruktur - dient als Arbeitsraum und als Forschungsfeld: eine Naturkultur (Haraway), in der eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen mit kulturellen Aktivitäten koexistieren.

Der Beitrag der Floating University zu „The Sun Machine Is Coming Down“ ist ein Versuch, die Praxis dieses hybriden Vereins in das stillgelegte Relikt des ICC zu transportieren und aus dieser Begegnung neue Impulse für eine nachhaltige Öffnung zu entwickeln.

Konzipiert als „Bureau for Hybridising Encounters“ wird die Floating University Berlin 10 Tage lang ihre Gesprächskultur ins ICC bringen, Materialien aus drei Jahren Aktivitäten aufbereiten und in Talk-Formaten sowohl retrospektiv über die eigene Arbeit als auch prospektiv über das Potential der Ideen, die im Zentrum ihrer Arbeit stehen, reflektieren: das Zusammenleben mehrerer Arten in urbanen Umgebungen und die Hybridisierung von urbaner Infrastruktur mit kultureller Aktivität.

Das Büro wird durch Projektionen und räumliche Arrangements versuchen, die Atmosphäre vom Ort der Floating ins ICC zu übertragen. Dabei wird kein Raum im Raum geschaffen, sondern das ICC selbst mit einem Floating-Gefühl befüllt. Ein Teil der Präsentation gilt den beiden Künstler*innen der aktuell laufenden Urbane Praxis Residency.

Als Artists in Residence an der Floating University haben Zoe Claire Miller und Marco Schmitt einen mobilen Raku-Ofen gebaut. Sie nutzen ihn, um die Geister und Traumata der systemischen Missbildungen innerhalb unserer kapitalistischen, heteropatriarchalen und technofeudalistischen Gesellschaftsordnung in Skulpturen zu bannen und sie durch den rituellen Akt des Raku-Brennens zu exorzieren. Ausgestellt im ICC, begleiten die Skulpturen schützend als Totems oder Talismane die stattfindenden Interventionen.

Ein Projekt der Programmreihe Immersion