Kino
70 Jahre Berliner Festspiele

Dämonen

Fjodor Dostojewski, Regie Frank Castorf
Farbe
Theatertreffen 2000
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz / Wiener Festwochen

Aufzeichnung der Aufführung am 11.3.2000

Wer im Abgrund lebt, hat das Gröbste hinter sich. Fjodor Dostojewskis „Dämonen“ spielt am Übergang vom religiösen Glauben zur materialistischen Ideologie, doch ahnt das Werk nicht nur den nahenden Tod Gottes voraus, sondern auch schon das Scheitern des Sozialismus.

Eine Theaterbühne, die in blaues Licht getaucht ist. Auf ihr links befindet sich eine teils verglaste Raumkonstruktion. In dem verqualmten und pink beleuchteten Innenraum des Gehäuses steht eine männlich gelesene Person.

Frank Castorf, „Dämonen“, 2000. Film, 232'17", Farbe, Ton. Filmstill

© RBB | Courtesy of the artists

  • 232 min
  • In deutscher und russischer Sprache ohne Untertitel

Entstanden in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts, eröffnet Fjodor Dostojewskis Roman „Dämonen“ nicht nur ein philosophisches Panorama des unterschiedlichen menschlichen Strebens nach Transzendenz, sondern knüpft auch derart schicksalhafte Bande zwischen den einzelnen Strebenden, dass am Ende nur der ganze Schrecken staatlicher Konstitution der allgemeinen Vernichtung Einhalt gebieten kann. Schönheit und Terror paaren sich vor Einbruch der Dunkelheit. In einem letzten Haus kurz hinter der Westgrenze Russlands, irgendwo zwischen Paris, Texas, Cindy Sherman, Dogma 95 und Duma 2000, inszeniert Frank Castorf im Bühnen- und Kostümbild von Bert Neumann. Auf der Bühne stehen u. a. Henry Hübchen, Milan Peschel, Silvia Rieger, Martin Wuttke, Kathrin Angerer, Bernhard Schütz, Sophie Rois und Hendrik Arnst.

Besetzung

Regie Frank Castorf
Bühne und Kostüme Bert Neumann
Dramaturgie Matthias Pees
Musikalische Einrichtung Sir Henry, Thomas Krinzinger
Aufzeichnung Erhard Ertel

Mit Kathrin Angerer, Hendrik Arnst, Henry Hübchen, Sebastian König, Astrid Meyerfeldt, Milan Peschel, Silvia Rieger, Sophie Rois, Bernhard Schütz, Sir Henry, Jeanette Spassova, Joachim Tomaschewsky, Ulrich Voß und Martin Wuttke

© Volksbühne Berlin | Bert Neumann Association