Konzert / Video / Livestream
Jazzfest Berlin – Cairo – Johannesburg – São Paulo

Madosini // Elephantine // São Paulo Underground

Maurice Louca präsentiert beim Jazzfest Berlin sein neues Projekt Elephantine. Das Trio São Paulo Underground findet seit fast zwei Jahrzehnten immer wieder neue Schnittpunkte zwischen improvisierter Musik, Free Jazz und brasilianischen Rhythmen. Per Live-Stream aus Johannesburg gibt es außerdem ein besonderes Konzert der Musiker*innen Madosini, Cara Stacey und Lungiswa Plaatjies zu erleben.

Maurice Louca / Madosini / Cara Stacey / São Paulo Underground

Maurice Louca // Madonsini – Cara Stacey // São Paulo Underground

© Christer Nexmark / Promo / Lesedi Rudolph Kit Records / Jason Marck

Konzerte online
Sehen Sie dieses Konzert live im Festivalstream oder als Aufzeichnung auf ARTE Concert und Jazzfest Berlin on Demand.

Livestream aus Johannesburg / ca. 30 min

Madosini / Cara Stacey / Lungiswa Plaatjies

Musikbögen bilden eine Instrumentengattung, die im südlichen Afrika in verschiedenen Formen und kulturellen Kontexten vorzufinden ist. Sie bestehen aus einer großen Saite, die traditionell aus Tierdärmen oder Tierhaaren gefertigt und an einem Holzbogen befestigt wird. Die Saite wird mit einem Klöppel aus Tambookie-Gras angeschlagen und ihre Schwingungen werden durch einen ausgehöhlten Kürbis verstärkt, der als natürlicher Resonanzkörper dient. In gewisser Weise ähnelt das Instrument dem brasilianischen Berimbau. Bei diesem einmaligen Konzert stehen drei Generationen an Bogenspieler*innen und Multiinstrumentalist*innen aus dem südlichen Afrika zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne: die Geschichtenerzählerin und lebende Legende aus dem Volk der Xhosa Madosini, die Kennerin und Vorzeigekünstlerin einer Vielzahl an südafrikanischen Musikstilen Lungiswa Plaatjes und die in Swaziland lebende Musikwissenschaftlerin, Musikerin und Komponistin Cara Stacey. Ihrem Live-Auftritt geht eine 15-minütige Videodokumentation über Madosini voraus, in der auch der brillante Jazzpianist Nduduzo Makhathini, der am Sonntag beim Jazzfest Berlin solo auftritt, und Sisonke, eine Heilerin aus dem Heimatdorf der Musikerin, als Interviewpartner*innen in Erscheinung treten.

Madosini Musikbogen (Uhadi, Isitolotolo und Umrhube)
Cara Stacey Makhoyane-Musikbogen, Budongo-Mbira, Gesang
Lungiswa Plaatjies Nyunga Nyunga-Mbira, Perkussion, Gesang

Im Auftrag von Berliner Festspiele / Jazzfest Berlin in Zusammenarbeit mit Jess White

Dieses Konzert ist Teil von Jazzfest Berlin – Johannesburg
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Livekonzert in Berlin / ca. 50 min

Maurice Louca’s Elephantine

Der ägyptische Komponist und Multiinstrumentalist Maurice Louca durchforstet mit bemerkenswertem Heißhunger ein scheinbar endloses Spektrum hybrider Klänge. Er arbeitet eng mit der arabischen Community Berlins zusammen und gibt dabei Projekten wie Karkhana, Raed Yassin’s Praed Orchestra! und The Dwarfs of East Agouza zusätzliche Substanz. Jazz ist für ihn eines von vielen Interessensgebieten, in denen er etablierte Muster auf den Kopf stellt. Louca führt arabische Tonfolgen, Post-Bop-Elemente und mannigfaltige Klangtexturen zu einem Sound zusammen, der allenfalls indirekt auf seine Ursprünge Bezug nimmt. Seine treibende Gitarre und die Beats des italienischen Schlagzeugers Tommaso Cappellato schießen eine rockmusikalische Energie in die sich windenden Melodien und schaffen so ein stabiles Gerüst für die hochkarätige Improvisations-Combo, die darauf ihre Klanggebilde formt. Bei der Berliner Premiere von Elephantine schafft die perkussive Energie von Cappellato, zusammen mit der des türkischen Schlagzeugers Özün Usta und des italienischen Vibrafonisten Pasquale Mirra die akustische Leinwand, die die vier Bläser*innen des Ensembles verzieren. Andere Stücke atmen eine entspannte Luftigkeit, die vom Faible des Bandleaders für Atmosphären und dynamische Verschiebungen zeugen.

Maurice Louca Gitarre
Tommaso Cappellato Schlagzeug, Perkussion
Özün Usta Schlagzeug, Perkussion
Pasquale Mirra Vibrafon
Piero Bittolo Bon Altsaxofon
Daniel Gahrton Baritonsaxofon
Rasmus Kjærgård Lund Tuba
Isak Hedtjärn Klarinette, Bassklarinette
Rosa Brunello Bass

Dieses Konzert ist Teil von Jazzfest Berlin – Cairo
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Videoarbeit aus São Paulo / ca. 10 min

São Paulo Underground: „Ping Pong“

Während eines längeren Aufenthalts in der Nähe des brasilianischen Amazonas in den frühen 2000er Jahren bildete der Chicagoer Kornettist und Komponist Rob Mazurek diese elastische Allianz mit zwei der vielseitigsten und flexibelsten Musiker*innen São Paulos: dem Perkussionisten Mauricio Takara und dem Keyboarder Guilherme Granado. Seit mehr als einem Jahrzehnt arbeitet das Trio zusammen und hat eine ehrwürdige Synthese verschiedener Traditionen entwickelt, sei es der investigative Global Jazz, dem Don Cherry den Weg ebnete, oder die Straßenrhythmen von Pernambuco. Ihre Musik verschmilzt elegant prägnante Melodien, dichte Schichten aus Elektronik und moderne Kadenzen mit Hip-Hop-Breakbeats oder tänzelnden Samba-Grooves, wobei sie von einer weit offenen Improvisationspraxis durchdrungen ist, die alle Arten von durchtriebenem Code-Shifting ermöglicht. Die Gruppe war Teil der kollaborativen Late Night Labs beim Jazzfest Berlin 2019 und hat auch kürzlich mit „Saturno Mágico“, das sie mit dem experimentellen Duo Tupperwear aufgenommen haben, wieder ihre Vorliebe für Kollaborationen gezeigt. Durch die darauf enthaltene Musik rauscht der Geist der Spontanität, mit Passagen von tief empfundener Lyrik, die oft ins Absurde abrutscht, und scheinbar unvereinbaren Stimmungen, die sie in einem einzigen, einheitlichen Anschlag einfängt.

Rob Mazurek Piccolotrompete, Modularsynthesizer, Video
Guilherme Granado Synthesizer, Gesang, Tasteninstrumente, Sampler, Visuals
Mauricio Takara Schlagzeug, Perkussion, Gesang, Elektronik, Visuals

Im Auftrag von Berliner Festspiele / Jazzfest Berlin in Zusammenarbeit mit Manoela Wright & Juliano Gentile

Dieses Konzert ist Teil von Jazzfest Berlin – São Paulo