Konzert / Livestream
Jazzfest Berlin – Johannesburg

Aki Takase’s Japanic // Herbie Tsoaeli

Albert-Mangelsdorff-Preis

Die japanische Pianistin Aki Takase gehört zu den umtriebigsten Komponist*innen und Improvisationskünstler*innen Berlins, wofür sie beim Jazzfest Berlin 2021 den Albert-Mangelsdorff-Preis verliehen bekommt. Der Bassist Herbie Tsoaeli liefert einen klassischen Post-Bop-Sound, der Einflüsse von John Coltrane und südakfrikanischen Melodien verbindet.

Aki Takase’s Japanic / Herbie Tsoaeli

Aki Takase’s Japanic // Herbie Tsoaeli

© Dirk Bleicker / Steve Gordon, Musicpics.co.za

Konzerte online
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Albert-Mangelsdorff-Preis 2021: Aki Takase

Preisverleihung der Deutschen Jazzunion im Rahmen des Jazzfest Berlin
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Livekonzert in Berlin / ca. 50 min

Aki Takase’s Japanic

Rastloser als die in Berlin hoch geschätzte Pianistin Aki Takase kann man kaum sein; künstlerische Anregungen findet sie in grundverschiedenen Kollaborationen. Ihr grandioses Quintett Japanic entstand als indirekte Hommage an den eigenwilligen amerikanischen Komponisten Conlon Nancarrow, der für Menschenhände unspielbare Kompositionen für Selbstspielklaviere schrieb. Zwar knüpft sie in ihrem zusammen mit DJ Illvibe initiierten Projekt kaum direkt an dessen atemlose Klanggeflechte an. Dafür feiert die Band Nancarrows Faszination mit schlingernden Tempi und überraschenden Kontrasten. Auf dem grandiosen Albumdebüt „Thema Prima“ von 2019 legen der Schlagzeuger Dag Magnus Narvesen und der Bassist Johannes Fink ein Fundament aus robusten Grooves für die wilden Haken, die der Rest der souverän aufspielenden Combo schlägt – nicht zuletzt dank des vor Ideen strotzenden Saxofonisten Daniel Erdmann. Doch die Bühne gehört vor allem den konkurrierenden und doch komplementären Energien von Takase und Illvibe, die scheinbar disparate Melodielinien gekonnt verschmelzen lassen. Sie sorgen für einen überbordend swingenden Post-Bop-Rahmen, in dem einzelne Elemente gegen den Strich gebürstet werden. Seine Samples setzt Illvibe nur selten in konventioneller Weise ein. Vielmehr formt er den Klang wie ein Bildhauer.

Aki Takase Klavier
Daniel Erdmann Saxofon
DJ Illvibe Turntables, Elektronik
Johannes Fink Kontrabass
Dag Magnus Narvesen Schlagzeug
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Livestream aus Johannesburg / ca. 30 min

Herbie Tsoaeli: „Afrikan Time – Our Sound / Hours Sound“

Der Bassist und Bandleader Herbie Tsoaeli ist eine graue Eminenz in Südafrikas lebendiger Jazzszene, ein Musiker, der sich noch aus erster Hand an die Verwüstungen der Apartheid-Zeit erinnert, die er als Kind im Nyanga East Township in Kapstadt erlebte. Er hat es überlebt, war als zuverlässiger und außerordentlich wertvoller Sideman an diversen Projekten beteiligt und wurde schließlich selbst Bandleader, der vielen neuen Talenten der letzten Jahre als wichtiger Mentor gilt – so etwa dem gefeierten Pianisten Nduduzo Makhathini, der schon in Tsoaelis einflussreicher Band Afrikan Time spielte. Tsoaelis Debüt als Bandleader wurde 2013 bei den South African Music Awards als bestes Jazzalbum ausgezeichnet. Sein treffsicheres Timing und sein warmer Ton vertiefen den spirituellen Jazz seiner Band, die den suchenden Impetus von John Coltranes klassischem Quartett mit einem Hauch von Gospel und traditionellen südafrikanischen Melodien verbindet. Beim Jazzfest Berlin 2021 wird die hochkarätige Besetzung seines aktuellen Quintetts von einem Trio hervorragender Sänger*innen begleitet.

Herbie Tsoaeli Bass, Gesang
Ayanda Sikade Schlagzeug
Yonela Mnana Klavier
Sakhile Simane Trompete, Flügelhorn
Sisonke Xonti Tenorsaxofon
Busi Sibeko Gesang
Bongani Nikelo Gesang
Sakhile Moleshe Gesang

Dieses Konzert ist Teil von Jazzfest Berlin – Johannesburg