Gespräch

Die Heilung sozialer Gefüge unter der Last der Geschichte

Mit Brook Andrew und Marcia Langton

Die Indigene Bevölkerung Australiens kämpft seit Langem um ihre politische Vertretung und Beteiligung. In diesem Gespräch geht es um die Schwierigkeiten bei der wirksamen Anerkennung von Indigenen Australier*innen.

Ámà: 4 Tage zu Fürsorge, Reparatur und Heilung
  • In englischer Sprache, EN live ÜT

Als 1901 der australische Staat gegründet wurde, erkannte die Verfassung die Indigene Bevölkerung nicht an. Erst 1967 wurden zwei rassistische Paragrafen aus der Verfassung gestrichen. Mehrere Versuche, den Indigenen Menschen in Australien und auf den Torres-Strait-Inseln eine politische Stimme zu geben, scheiterten an der Verweigerung der Regierung. Indigene Australier*innen fordern weiterhin parlamentarische und staatliche Teilhabe. In diesem Gespräch diskutieren Brook Andrew und Marcia Langton über die Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Indigenen Australier*innen. Beide teilen ihre persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema und erzählen, wie die Staatsgeschichte Australiens auch ihre eigene Familiengeschichte geprägt hat.

Marcia Langton wird digital an dem Gespräch teilnehmen

Marcia Langton ist Nachfahrin der Yiman in Queensland und Inhaberin des Foundation Chair of Australian Indigenous Studies an der University of Melbourne. Sie hat zahlreiche Arbeiten im Bereich politische Anthropologie und Rechtsanthropologie sowie über die Kunst und Kultur der Aborigines verfasst.

Brook Andrew ist ein australischer Künstler, Kurator und Forscher, der den Wiradjuri angehört. In seiner Arbeit entwirft er alternative Zukunftsvisionen, die anhaltende koloniale Praktiken hinterfragen und Indigene Lebensweisen in den Vordergrund stellen. Er ist Ko-Kurator einer für 2022 geplanten Gruppenausstellung über Fürsorge, Reparatur und Heilung im Gropius Bau.

Diese Veranstaltung ist Teil der Berlin Science Week.