Gespräch

Das Museum heilen? Das Potenzial des Museums als Ort der Fürsorge und Heilung

Mit Grace Ndiritu, Nadja Ofuatey-Alazard, Dirk Sorge und Prem Krishnamurthy

Obwohl Kunstinstitutionen sich immer mehr um Inklusion und Diversität bemühen, sind sie weiterhin Räume, die ausschließen. In diesem Gespräch sprechen Künstler*innen und Aktivist*innen über die Möglichkeit von strukturellem Wandel in Kunstinstitutionen.

Ámà: 4 Tage zu Fürsorge, Reparatur und Heilung
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In ihrem Essay Healing the Museum (Das Museum heilen, 2016; kürzlich im Gropius Bau Journal wiederveröffentlicht) schreibt Grace Ndiritu, dass westliche Kunstinstitutionen tot sind oder sterben. Wie weit haben sich Institutionen von den Bedürfnissen und Perspektiven unterschiedlicher Menschen und möglicher Besucher*innen entfernt? Künstler*innen und Aktivist*innen stoßen zunehmend Diskussionen über Zugänglichkeit, Repräsentation und institutionelle Strukturen an. In diesem Gespräch diskutiert Prem Krishnamurthy mit Grace Ndiritu, Nadja Ofuatey-Alazard und Dirk Sorge, wie struktureller Wandel innerhalb von Institutionen ermöglicht werden kann. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Kunsträume Orte der Fürsorge und Heilung sein können.

Auf das aufgezeichnete Gespräch zwischen Jamieson Webster und Marcus Coelen folgt ein Publikumsgespräch mit Marcus Coelen und Robert Maharajh vor Ort.

Grace Ndiritu ist eine britisch-kenianische Künstlerin, die Schamanismus und Praktiken des Teilens und Heilens nutzt, um etablierte Grenzen zu durchbrechen. Für 2021 bis 2022 rief sie das Year of Black Healing (Jahr der Schwarzen Heilung) ins Leben, eine künstlerische Antwort auf Versuche der Politik, Schwarze Kultur für sich zu vereinnahmen. Ihr Werk wird 2022 im Rahmen einer Gruppenausstellung zu Fürsorge, Reparatur und Heilung im Gropius Bau gezeigt.

Nadja Ofuatey-Alazard ist eine afro-deutsche Redakteurin, Kuratorin und Aktivistin. Sie ist Ko-Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin bei Each One Teach One (EOTO) e.V. und kuratiert In[ter]ventionen für das Projekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt in Berlin.

Dirk Sorge arbeitet als Künstler und Kulturvermittler zu den Themen Zugänglichkeit, Standardisierung, Technologie und Automatismen. Er ist Gründungsmitglied von Berlinklusion, einem Netzwerk, das die aktive Beteiligung von Menschen mit Behinderung in Kunst und Kultur fördert.

Prem Krishnamurthy (Moderation) lebt in Berlin und New York. In seinen medienübergreifenden Arbeiten erkundet er das transformative Potenzial von Kunst und Design. Sein von Pompeii Commitment präsentiertes digitales Kunstwerk Pompeii! (2021) ist eine Reflexion über Rituale, Zerstörung, Erinnerung und Loslassen. Er ist derzeit künstlerischer Leiter von FRONT International 2022, Cleveland.