Gespräch

Können Geschichten heilen?

Mit Dieu Hao Do, Lamin Leroy Gibba, Karina Griffith und Raquel Kishori Dukpa

Geschichten sind in der Lage, uns dem Menschsein näherzubringen. Diese Gesprächsrunde blickt aus intersektionaler Perspektive auf die kulturelle Landschaft in Deutschland und die Kunst des Storytellings. Die Teilnehmenden diskutieren dabei, inwiefern die Anerkennung vielfältiger Identitäten heilsam sein kann.

Ámà: 4 Tage zu Fürsorge, Reparatur und Heilung

Diese Gesprächsrunde fragt danach, was bestimmte Körper mit spezifischen Erzählweisen verbindet. Können wir uns dem Menschsein nähern, indem wir den weißen patriarchalen Blick überwinden und dadurch eine Fülle von Identitäten und Geschichten freilegen? Die Teilnehmenden sind in unterschiedlichen Bereichen wie der bildenden Kunst, dem Theater und dem Drehbuchschreiben tätig. Gemeinsam sprechen sie darüber, welche Rolle das Storytelling in der kulturellen Landschaft in Deutschland spielen kann. Aus einer intersektionalen Perspektive wird diskutiert, wie das Zusammenwirken von Diskriminierungsformen das Denken und Handeln der Kreativwirtschaft bestimmt. Mit Fokus auf Arbeitsfeldern wie Schreiben, Schauspielerei und Produktion steht die Frage im Mittelpunkt, ob das Erzählen von Geschichten heilend sein kann.

Dieu Hao Do ist ein deutscher Künstler und Filmemacher. In seinen Filmen erkundet er aus postkolonialer Perspektive die historische Erinnerung an den Vietnamkrieg und nimmt dabei die weltweite asiatische Diaspora in den Blick. Er führte Regie bei den Filmen Der Garten des Herrn Vong und At the End of the World (Am Ende der Welt). Gerade arbeitet er an der Fertigstellung seines Dokumentarfilms Hao are you (Arbeitstitel).

Lamin Leroy Gibba ist Schauspieler, Autor und Filmemacher. Er ist in Hamburg aufgewachsen und studierte an der New School in New York. Er hat in zahlreichen nationalen und internationalen Theater- und Filmproduktionen mitgewirkt, zuletzt in Courageux! Furchtlos! im Ballhaus Naunynstraße.

Karina Griffith ist Kuratorin, Filmemacherin, Künstlerin und Wissenschaftlerin. Derzeit promoviert sie zu Schwarzer Autor*innenschaft im deutschen Kino. Ihre Arbeit WE CALL IT LOVE: AN OPPOSITIONAL SCREENING (Wir nennen es Liebe: eine gegensätzliche Vorführung) ist eine Installation und Performance, die 2018 bei District Berlin und im HAU Hebbel am Ufer gezeigt wurde. Sie ist Teil des kuratorischen Teams der Berlinale Forum Expanded Ausstellung 2022.

Raquel Kishori Dukpa (Moderation) ist in Berlin aufgewachsen. Sie studierte in Hildesheim mit den Schwerpunkten Film, queer-feministische Theorie und Populärkultur. Als Drehbuchautorin schrieb sie für die sechste Staffel der Jugendserie DRUCK. Seit 2016 gehört sie dem Filmkollektiv JÜNGLINGE an. Bei der Produktion und Recherche für FUTUR DREI, dem Debütfilm des Kollektivs, leitete sie das Casting.