Gespräch

Orte der Gegenseitigkeit und Rematriierung schaffen

Mit Eeva-Kristiina Harlin, Marian Pastor Roces und Natasha Ginwala

Die Praxis von Eeva-Kristiina Harlin und Marian Pastor Roces umfasst gemeinschaftliche Heilungs- und Friedensbildungsprozesse. Sie befassen sich mit der Politik der Indigenität und Formen von Kinship, die vorherrschende Machtverhältnisse im Bereich der kulturellen Repräsentation in Frage stellt. In diesem Gespräch wird danach gefragt, wie Museumsarbeit ein sensorisches Vokabular, Gegenseitigkeit und kollektive Zugehörigkeit schaffen kann.

Ámà: 4 Tage zu Fürsorge, Reparatur und Heilung
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Eeva-Kristiina Harlin und Marian Pastor Roces sprechen mit Natasha Ginwala, Assoziierte Kuratorin am Gropius Bau, über Methoden des Heilens und der Friedensbildung. Harlin hat die vielen Bedeutungen von Objekten der Sámi, den sogenannten Duodji, untersucht. Diese werden in Museumssammlungen in ganz Europa aufbewahrt. Harlin ist stark an den Beziehungen zu den Vorfahren und der Intimität von kultureller Sprache interessiert. In ihrem Beitrag geht es um das “Rematriierungsprojekt“ The Ládjogahpir. Máttaráhkuid gábagahpir. The Foremothers’ Hat of Pride, das sie in Zusammenarbeit mit der Sámi Künstlerin Outi Pieski konzipiert hat. Eines von Roces’ Projekten – The Museum of Cross-Cultural Understanding – konzentriert sich auf gemeinschaftliche Praxen und entsteht auf der Insel Basilan im Süden der Philippinen. Auf Basilan herrscht seit Jahrzehnten ein gewaltsamer ethnischer und religiöser Konflikt. Nun muss die natürliche und städtische Umwelt wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Roces setzt ihre Hoffnung auf die Herstellung eines Gleichgewichts durch wissenschaftlich motivierte Vorstellungskraft.

Eeva-Kristiina Harlin ist Archäologin und Doktorandin an der University of Oulu, Giellagas Institute for Saami Studies in Finnland. In Zusammenarbeit mit der Sámi Gemeinschaft forscht sie zum kulturellen Erbe der Sámi und an dessen Rückführung. Derzeit ist sie an der Entwicklung einer Ausstellung im Sámi Museum Siida in Inari, Finnland, beteiligt.

Marian Pastor Roces ist eine unabhängige Kuratorin und Kritikerin, die themenübergreifend arbeitet. Dazu gehören zeitgenössische Kunst, Museen, Identitätspolitik, Kleidung und die damit verbundenen Zeichensysteme. Auch das Scheitern des demokratischen Projekts in vielen Teilen der Welt gehört dazu.

Natasha Ginwala (Moderation) ist Kuratorin, Autorin und Herausgeberin. Sie ist die künstlerische Leiterin von COLOMBOSCOPE in Colombo, Sri Lanka und Assoziierte Kuratorin am Gropius Bau. Gemeinsam mit Defne Ayas war sie künstlerische Leiterin der 13. Gwangju Biennale.