Gespräch

Verwundbarkeiten und Reparatur

Mit Kader Attia, Injonge Karangwa, Ulrike Kluge und Margareta von Oswald

Dieses Gespräch untersucht, wie das Konzept der Reparatur über disziplinäre und professionelle Grenzen hinweg angewandt und produktiv gemacht werden kann.

Ámà: 4 Tage zu Fürsorge, Reparatur und Heilung
  • In englischer Sprache, EN live ÜT

Diese Podiumsdiskussion befasst sich mit der Frage, wie das Konzept der Reparatur in verschiedenen Disziplinen angewendet werden kann. Sprache ist zentral, wenn es um Fürsorge, Reparaturen und Heilung geht. Welche Worte werden verwendet, um unsere Verwundbarkeit zu kommunizieren? Wie lassen sich diese in verschiedene disziplinäre und kulturelle Kontexten übersetzen? Was sind die Möglichkeiten und Grenzen des Konzepts der Reparatur in unserer jeweiligen beruflichen Praxis? Injonge Karangwa reflektiert diese Fragen an der Schnittstelle von kultureller Produktion und Forschung über psychische Gesundheit in Ruanda. Ulrike Kluge nähert sich ihnen aus der Perspektive der transkulturellen Psychiatrie in Deutschland an. Die Teilnehmenden widmen sich somit der Reparatur über die Grenzen der künstlerischen, akademischen und kuratorischen Forschung hinweg. Das Gespräch wird moderiert von Margareta von Oswald.

Kader Attias wuchs in Algerien und im Pariser Banlieue auf. Seine Arbeiten thematisieren gesellschaftliche Perspektiven auf die eigene Geschichte. Im Mittelpunkt stehen dabei Erfahrungen von Entbehrung und Unterdrückung, Gewalt und Verlust, sowie die Art und Weise, wie sich diese Erfahrungen auf die Entwicklung von Nationen und Individuen auswirken. Attia ist Kurator der 12. Berlin Biennale.

Injonge Karangwa ist Expertin für globale Gesundheit, Forscherin, Musikerin und Kulturproduzentin und arbeitet an der University of Global Health Equity in Ruanda. Sie gründete das Hamwe-Festival und leitet ein multidisziplinäres Forschungsprojekt. Dieses befasst sich mit den psychologischen Auswirkungen der Kolonialisierung auf das heutige Ruanda und dessen Gesundheitssystem.

Ulrike Kluge ist Professorin für psychologische und medizinische Integrations- und Migrationsforschung an der Charité in Berlin und Leiterin der Abteilung „Migration und Gesundheit“ am BIM (Berliner Institut für Integrations- und Migrationsforschung). An der Charité leitet sie das Zentrum für Interkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie (ZIPP), sowie die Forschungsgruppe Transkulturelle Psychiatrie (mit Andreas Heinz).

Margareta von Oswald (Moderation) ist Anthropologin und Kuratorin am CARMAH der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist kuratorische Forschungsstipendiatin bei Mindscapes. Zu ihrer jüngsten Veröffentlichung gehört Across Anthropology: Troubling Colonial Legacies, Museums, and the Curatorial (2020), die sie zusammen mit Jonas Tinius herausgegeben hat.