Gespräch

Feral Atlas. Das mehr-als-menschliche Anthropozän

Mit Lili Carr, Alder Keleman Saxena und Robert Maharajh

Diese Präsentation befasst sich mit dem multimedialen Projekt Feral Atlas. The More-than-Human Anthropocene das umwelt- und geisteswissenschaftliche Ansätze vereint. Der Schwerpunkt liegt auf den ökologischen Welten, die entstehen, wenn nicht-menschliche Wesen mit menschlicher Infrastruktur in Berührung kommen.

Ámà: 4 Tage zu Fürsorge, Reparatur und Heilung
  • In englischer Sprache; Englisch, live Übertitelung

Vergangene Termine

Feral Atlas erkundet die ökologischen Welten, die entstehen, wenn sich nicht-menschliche Wesen mit der menschlichen Infrastruktur verflechten. Mehrere Erfahrungsberichte beschreiben "ungezähmte" Ökologien. Diese haben sich zunächst aus vom Menschen geschaffenen Infrastrukturen entwickelt und sich dann abseits menschlicher Kontrolle ausgebreitet. Feral Atlas argumentiert, dass dies das Anthropozän ist – ein vom Menschen geprägtes Zeitalter in der Erdgeschichte. Das Projekt geht über die Katalogisierung von Stätten imperialer und industrieller Ruinen hinaus. Es verfolgt einen spielerischen, politischen und auf die mehr-als-menschliche Geschichte abgestimmten Ansatz. Das Potenzial des Digitalen liegt in der Darstellung von Beziehungen. Dieses Potenzial nutzt Feral Atlas, um herkömmliche Vorstellungen von Karten und Kartierung zu erweitern. Das Projekt macht nicht nur auf die Gefahren unserer Zeit aufmerksam. Durch die Verbindung von ortsgebundenen Beobachtungen mit transdisziplinärer Zusammenarbeit zeigt es auch, wie entscheidende Antworten auf ökologische Herausforderungen gefunden werden können.

https://feralatlas.org/

Alder Keleman Saxena ist Assistenzforschungsprofessorin an der Northern Arizona University und Postdoktorandin am Christian Michelsen Institute. Als Umweltanthropologin hat sie in ihrer Forschung die Beziehungen zwischen Agrobiodiversität, Esskultur und politischer Wirtschaft in Mexiko und Bolivien untersucht.

Lili Carr ist Architektin mit naturwissenschaftlichem Hintergrund. Zurzeit ist sie Teil des Bauhaus Residenz-Programms des Bauhaus Dessau. Dort erforscht sie die Geschichte von Umweltaktivismus und Widerstand im Zusammenhang mit dem Erbe des Bauhauses.

Robert Maharajh (Moderation) ist Editor at Large im Gropius Bau. Er war Mitbegründer und Kurator der von Künstler*innen geführten Ost-Londoner Galerie T12. Er war Redaktionsleiter für Not Evenly Distributed, einem Onlineprojekt, das sich mit den Themen der 20. Biennale von Sydney beschäftigt.