Konzert

Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia

Sir Antonio Pappano, Leitung
Schönberg | Busoni

Ferruccio Busonis Klavierkonzert op. 39 ist ein Werk von architektonischen Ausmaßen. Hochgradig virtuos, von über einer Stunde Dauer samt furiosem Chorfinale. Aufgrund seiner Dimensionen ist das Werk eher selten im Programm. In Berlin ist es nun Dank Igor Levit und dem Orchester und Chor der Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano zu erleben. Eröffnet wird der Abend mit Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“.

Ferruccio Busoni sitzt Modell für Numa Patlagean, 1914

Ferruccio Busoni sitzt Modell für Numa Patlagean, 1914

© Public Domain, via Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, MuS. Nachl. F. Busoni, PI, 22

Einführung 19:10

Sohn einer deutschen Pianistin und eines italienischen Klarinettisten, verheiratet mit einer Schwedin, Lehrer in Finnland, Österreich, Russland, Deutschland und Italien: Ferruccio Busoni, einer der größten Klaviervirtuosen aller Zeiten, war ein überzeugter Europäer. Die meiste Zeit lebte er in Berlin, wo er in den Jahren 1902 bis 1909 eine damals beispiellose Neue-Musik-Reihe leitete, in der er auch sein eigenes Klavierkonzert vorstellte – ein monumentales pantheistisches Erlösungsdrama, dessen Chorfinale Verse des dänischen Goethe-Zeitgenossen Adam Oehlenschlägers zugrunde liegen: „Hebt zu der ewigen Kraft Eure Herzen, fühlet Euch Allah nah, schaut seine Tat!“ Natürlich nahm Busoni bei der Premiere am 10. November 1904 selbst am Flügel Platz: Die pianistischen Vertracktheiten dieser Partitur stellen die jedes Rachmaninow-Konzerts in den Schatten. Dabei sind in Busonis „Wolkenkratzer-Konzert“ (wie er es nannte) Orchester- und Solopart untrennbar miteinander verwoben, weshalb das Werk weniger Virtuosenkonzert denn Chorsymphonie mit obligatem Klavier ist. Igor Levit, einer der brillantesten Pianisten seiner Generation und wie Busoni überzeugter Europäer, wird sich den besonderen Herausforderungen dieses selten aufgeführten Werks stellen. Begleitet wird er – unter der Leitung von Antonio Pappano – von Orchester und Chor der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, die erstmals beim Musikfest Berlin zu Gast sind. Vor der Pause erklingt Arnold Schönbergs Tondichtung „Verklärte Nacht“ nach dem gleichnamigen Gedicht Richard Dehmels: hochexpressive Musik, in deren ekstatischem Rausch der Farben die psychischen Exaltationen des Fin de Siècle Klang werden.

Konzertprogramm

Arnold Schönberg (1874 – 1951)
Verklärte Nacht op. 4 (1899)
Fassung für Streichorchester

Ferruccio Busoni (1866 – 1924)
Konzert für Klavier und Orchester mit Männerchor C-Dur op. 39 (1904)

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin