Konzert

Berliner Philharmoniker I

Thomas Adès, Leitung
Berlioz | Adès | Barry

Eine Abendgesellschaft, die das Haus nicht mehr verlassen kann. Bedienstete, die flüchten. Thomas Adès an Luis Buñuels surrealistischen Film „Der Würgeengel“ angelehnte „Exterminating Angel Symphony“ verwirrt die Sinne. Unter dem Dirigat des Komponisten widmen sich die Berliner Philharmoniker diesem Werk ebenso wie Adès‘ Violinkonzert „Concentric Paths“. Mit Gerald Barry tritt zudem eine der wichtigsten zeitgenössischen Stimmen Irlands hinzu. Eröffnet wird der Abend mit Hector Berlioz‘ Ouvertüre „Les Francs-juges“.

Thomas Adès in einem Sessel liegend

Ölgemälde „Thomas Joseph Edmund Adès“ von Phil Hale, 2002

© National Portrait Gallery, London

Einführung jeweils 50 Minuten vor Konzertbeginn

Thomas Adès gelang der Aufstieg zum gefeierten Starkomponisten der britischen Gegenwartsmusik in Rekordzeit, wobei seine Werke ein breites Konzertpublikum begeistern. Sein Konzert „Concentric Paths“, das als Auftragswerk der Berliner Festspiele und des Los Angeles Philharmonic 2005 im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin Premiere hatte, zählt zu den beliebtesten zeitgenössischen Violinkonzerten überhaupt: ein emotional packendes Werk, das mit seinen rasanten Ausflügen in allerhöchste Lagen gewaltige Anforderungen an den Solisten stellt. Die Berliner Philharmoniker haben neben „Concentric Paths“ mit dem finnischen Geiger Pekka Kuusisto auch die „Exterminating Angel Symphony“ nach Adès’ gleichnamiger Erfolgs-Oper aufs Programm gesetzt, die auf den berühmten surrealistischen Schwarz-Weiß-Film „Der Würgeengel“ von Luis Buñuel zurückgeht: eine ungemein bildhafte Musik inklusive obsessiver Märsche, melancholischer Intermezzi und verdreht-nostalgischer Walzer. Außerdem steht Gerald Barrys Orchesterstück „Chevaux-de-Frise“ auf dem Programm, dessen Titel sich auf palisadenartige Reiterhindernisse bezieht. Mit diesem ironischen Verweis will der aus Irland stammende Komponist auf den Schiffbruch der spanischen Armada im 16. Jahrhundert anspielen, der die Urgewalten der irischen Natur schwer zugesetzt haben. Eingeleitet wird der Abend mit Hector Berlioz’ rhythmisch diffiziler Ouvertüre „Les francs-juges“, die auf die Schrecken mittelalterlicher Gerichtsbarkeit Bezug nimmt und laut Komponist von einer Vision des „Höllenfeuers“ inspiriert wurde.

Konzertprogramm

Hector Berlioz (1803 – 1869)
Ouvertüre zu Les Francs-juges op. 3 (ca. 1828)

Thomas Adès (*1971)
Concentric Paths
Konzert für Violine und Orchester op. 23 (2005)

Gerald Barry (*1952)
Chevaux-de-frise
für Orchester (1987)
Kompositionsauftrag der Stiftung Berliner Philharmoniker

Thomas Adès
The Exterminating Angel Symphony (2020)

Besetzung

Pekka Kuusisto Violine

Berliner Philharmoniker
Thomas Adès Leitung

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin