Community Event

Poetry Meets Zanele Muholi

zur Ausstellung „Zanele Muholi“

Die von Kuratorin und Künstlerin Jumoke Adeyanju organisierte Veranstaltungsreihe The Poetry Meets Series ist ein internationales, mehrsprachiges Community-Event, das visuelle Kunst und Film, Spoken Word, DJs und Musiker*innen sowie lyrisch begabte Künstler*innen aus Berlin und darüber hinaus präsentiert. Mit dem südafrikanisch-algerischen Duo dumama+kechou als Headliner und Tobi & Adae, ⅔ der queeren, unbinary Band Wastewomxn, als Special Guest, kommen an diesem Abend die Dichter*innen Keith Zenga King, Goitseone Montsho sowie die Lyrikerin Idia Joy zusammen.

dumama + kechou

dumama + kechou

© Christopher Kets

  • 3 h
  • In englischer Sprache

Vergangene Termine

Diese Veranstaltung ist komplett ausgebucht, eine Anmeldung ist nicht mehr möglich.

Jumoke Adeyanju ist eine interdisziplinäre, mehrsprachige Dichterin, Kuratorin, Tänzerin, und Klangkünstlerin unter dem Pseudonym mokeyanju. Ihre Arbeit berührt Themen wie (diasporische) Erinnerung, spirituelle Grenzräume und Klangfarben. Adeyanju multidimensionale Klang-, Wort- und Bewegungskunst wurde von der Arthouse Foundation Lagos, AAF Lagos, 16/16, Galerie Wedding, CUNY NYC, Kölnischer Kunstverein, African Crossroads Mombasa und Deutschlandfunk Kultur präsentiert. Ihre Arbeiten wurden bei verschiedenen Anlässen in Deutschland, Tansania, Kenia, Großbritannien, Nigeria und New York gezeigt, wobei sie ihre Gedichte auf Englisch, Deutsch, Kiswahili und Yorùbá vortrug. Adeyanju ist Gründerin der Poetry Meets Series, Ko-Kuratorin von SensiDance und moderiert ihre eigene Radiosendung sauti ya àkókò auf Refuge Worldwide. Ihre Gedichte und Übersetzungen wurden 2021 in der Anthologie Kontinentaldrift – Das Schwarze Europa (Hrsg. Fiston Mwanza Mujila) veröffentlicht. Jumokes Live-Writing war auch in dem preisgekrönten Kurzfilm Leave the Edges (2020) des Filmemachers Baff Akoto zu sehen.

Dumama und Kechou strahlen eine vibrierende Kraft und eine starke Harmonie innerhalb einer tiefen kulturellen Resonanz aus. Ihre Wahrnehmungen wurden auf entgegengesetzten Seiten des Globus geprägt: Sängerin Dumama hat ihre Wurzeln im ländlichen Ostkap in Südafrika, während Multiinstrumentalist Kechou algerisch-deutscher Abstammung ist, aber in Deutschland geboren und aufgewachsen. Seine Nicht-Einordnung in den monolithischen kulturellen Kontext des Westens hat ihn immer dazu gebracht, tief nach einem Gefühl der Zugehörigkeit zu suchen. Auf der musikalischen Reise des Duos geht es darum, sich in das eigene Zentrum zu begeben und durch ein komplexes klangliches Labyrinth voller künstlerischem Fluss, Interaktion und Engagement wieder in die Welt hinauszugehen. Die unnachahmlichen Kompositionen von Dumama und Kechou beruhen auf einem organischen Schaffensprozess, der von revolutionärem Elan, Improvisation und den Gesängen von Dumama in ihrer Muttersprache Xhosa geprägt ist. Die Musik ist von vornherein nicht von Texten durchdrungen, doch Kechou – die in den letzten fünf Jahren Afro-Fusion-Musikexperimente in Deutschland, Uganda, Simbabwe und Südafrika produziert hat – liefert nahtlos eine vielschichtige Instrumentierung. Mit elektronischen Loops, Samples und verfremdeten traditionellen Klängen, die das neugierige Ohr in tiefe Kontemplation führen.“ Music in Africa von Butchie Seroto

Tobi & Adae sind multidisziplinäre Kreative, für die Poesie, Musik, Bewegung und Klang schon immer notwendige Ausdrucksformen waren. Sie bilden ⅔ der Queer, Unbinary Band Wastewomxn und sind von ihrem westafrikanischen Hintergrund sowie ihrer diasporischen Existenzen beeinflusst. Adae & Tobi kreuzen Genres: Hip Hop, Soul, Jazz und alternative Klänge; manchmal in ihren Muttersprachen, um Geschichten über ihr Leben und ihre Erfahrungen zu erzählen.

Idia Joy ist eine professionelle Sängerin, Songwriterin und Dichterin. Die Künstlerin verarbeitet in ihrer Kunst ihre Jugend zwischen zwei Kulturen sowie ihre harten Erfahrungen, die mit einem Hauch von Romantik verschmolzen sind. Sie verkörpert einen neuen Sinn für Sinnlichkeit und Erotik. In ihrer Musik, die von den 70er Jahren, Quite Storm, Art Rock, Klassik und Avantgarde inspiriert ist, drückt sich eine tiefe Liebe zur Natur und eigenem Selbst auf heilsame Weise aus. Ehrlichkeit, sexuelles Verlangen, Reflexion und das Erreichen des höchsten Potentials, indem man sich selbst in allen Facetten kennenlernt, wird durch die Kunst von Idia Joy ausgedrückt, die ihre Zuhörer*innen dazu bringen möchte, sich mehr zu öffnen und Menschen dazu animiert, ihr eigenes wahrhaftiges, schönes Selbst zu „sein“.

Keith Zenga King ist ein*e interdisziplinäre*r Künstler*in, Autor*in, Kurator*in und Theatermacher*in aus Uganda mit Wohnsitz in München. Kings Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von queeren Diskursen, Performance und Politik.
Bevor King ins europäische Exil floh, setzte sich Keith Zenga King für die Rechte von queeren und trans* Ugander*innen ein. King gründete das Queer Kollektiv, ein Künstler*innenkollektiv, das queeren Künstler*innen in Ostafrika einen Raum für den Austausch ihrer Arbeiten auf lokaler und internationaler Ebene bieten will. Mit dem Queer Kollektiv haben sie ein multimediales Forschungs- und Dokumentationsprojekt ins Leben gerufen, welches das Leben von queeren und trans* Ugander*innen aufzeichnet, um eine unsichtbare Gemeinschaft zu stärken, bestätigen und gleichzeitig das Narrativ zu widerlegen, dass Queerness unafrikanisch ist.
Das Queer Kollektiv hat sich seitdem zu ANTI MASS entwickelt, welches eine Reihe von umherziehenden, krawalligen Kunst- und Musikveranstaltungen in Kampala, Uganda, organisiert. ANTI MASS fordert den Raum für Queers, Femmes und andere Minderheiten zurück und erkundet gleichzeitig neue Möglichkeiten des Klangs und des künstlerischen Ausdrucks in einem zunehmend regressiven gesellschaftlichen Klima.
Seit Kings Flucht ins Exil erforscht Keith Zenga Kings Arbeit die Schaffung neuer Texturen und Verkörperungen an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Identitäten, an der King lebt. King hat Theaterfestivals kuratiert und als Dramaturg*in für queere Produktionen wie Queer and Quer im Ballhaus Naunystraße Berlin, Endangered Species in den Sophiensaelen, Berlin und Las Templas im Tanzhaus, Zürich gearbeitet.
King hat eigene Arbeiten an Institutionen und Orten in ganz Europa und der Welt präsentiert, u.a. am Goethe-Institut Kampala, dem Norwegian Council for Africa, Oslo, TENT Rotterdam, Worm, Rotterdam, Maxim Gorki Theater, Berlin, Hebbel am Ufer, Berlin, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsoper, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, London School of Economics and Political Science, Schwules Museum, Berlin, Literaturhaus München und Williams College Museum of Art, Massachusetts, USA.

Goitseone Montsho ist eine südafrikanische Dichterin, Geschichtenerzählerin, Performancekünstlerin und Mitwirkende, die in Berlin lebt. Montsho hat in einer Reihe von Publikationen und im öffentlichen Raum veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden in Brüssel, Basel und in Berlin aufgeführt. In Basel nahm sie am Image Afrique Festival als Performancekünstlerin und Dichterin teil. Sie war beim Literaturkolloquium Berlin im Rahmen der Parataxe III über afrikanische Geschichte und Sprache zu Gast. Montsho ist Co-Moderatorin des Tanti-Table, eines englischsprachigen Podcast in Berlin.

Teil des Diskursprogramms Forms of Insistence, Tenderness and Refuge, unterstützt von der Deutsche Börse Photography Foundation