Vortrag und Gespräch

Rage Against the Thieving of Breath

Vortrag/Performance von Pallavi Paul, gefolgt von einem Gespräch mit Natasha Ginwala

Am 19. Juni gibt die Künstlerin und Filmwissenschaftlerin Pallavi Paul Einblicke in ihre laufenden Filmrecherchen, gefolgt von einem Gespräch mit Natasha Ginwala, der Assoziierten Kuratorin at Large am Gropius Bau.

Pallavi Paul, Pneuma (work in progress), 2021-ongoing

Pallavi Paul, Pneuma (work in progress), 2021–fortlaufend. Courtesy: die Künstlerin

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Vergangene Termine

Um an der Veranstaltung teilzunehmen, senden Sie bitte bis zum 18. Juni eine E-Mail an .

Der Atem stellt eine besondere Herausforderung für die Idee von Bilderzeugung dar. Wie kann man ein Bild für ein Lebensphänomen entwerfen, das zwar vorhanden, aber unsichtbar ist? Die Kluft zwischen Empfindung und Darstellung wird unmittelbar spürbar. Die Undarstellbarkeit des Atems wird noch größer, wenn er durch den biologischen, kulturellen und politischen Körper fließt – gleichzeitig materiell und ätherisch. Der Sekundenbruchteil, in dem ein Atemzyklus komponiert wird, ist auch eine Aufspaltung der Ränder des Kinos. Diese Ränder werden heute durch eine Vielzahl massenproduzierter visueller Fragmente überbelichtet, die fieberhaft in den sozialen Medien, in der medizinischen Ästhetik, in filmischen Erinnerungen und in der allgemeinen Dringlichkeit der Dokumentation in einer Zeit monumentaler Verluste zirkulieren.

Dieses Event ist Teil des Diskursprogramms Breathe (Atmen). Das Programm findet im Rahmen der kommenden Gruppenausstellung On Caring, Repairing and Healing (Arbeitstitel, ab 16. September 2022) statt und untersucht, wie verschiedene Machtverhältnisse unsere Fähigkeit zu atmen beeinflussen.

Mit Dank an Savvy Contemporary.

Pallavi Paul ist eine in Neu-Delhi und Berlin lebende bildende Künstlerin und Filmwissenschaftlerin. In ihrer Arbeit untersucht sie, wie die Idee der „Wahrheit“ im öffentlichen Leben produziert und diskutiert wird. Paul interessiert sich besonders für die Spannung zwischen dem Dokument und seiner ästhetischen Äußerung – dem Dokumentarfilm. Sie promovierte in Filmwissenschaften an der School of Arts and Aesthetics der Jawaharlal Nehru University in Neu Delhi. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Tate Modern, London (2013), am AV Festival, New Castle (2018, 2016), im Beirut Art Centre, Libanon (2018), bei SAVVY Contemporary, Berlin (2019, 2022), auf der Contour Biennale, Mechelen (2017), im The Rubin Museum, New York (2019), als Teil der New Alphabet School, HKW Berlin (2020), am International Film Festival Rotterdam (IFFR, 2021), bei Colomboscope, Sri Lanka (2022) und im Berlinale Forum Expanded (2022) ausgestellt. 2021 war sie Stipendiatin des DAAD Artists-in-Berlin Programm.