Konzert

Odessa Philharmonic Orchestra

Hobart Earle, Leitung
Skoryk | Lysenko | Karamanov | Sibelius

Das Odessa Philharmonic Orchestra stellt unter der Leitung seines Chefdirigenten Hobart Earle hierzulande kaum bekannte Werke ukrainischer Komponisten vor: Musik aus Myroslav Skoryks Huzulen-Tryptichon, das auf der eingängigen karpato-ukrainischen Folklore des gleichnamigen Bergvolks basiert, sowie Alemdar Karamanovs Drittes Klavierkonzert „Ave Maria“ mit Tamara Stefanovich als Solistin. Natürlich steht auch Musik von Mykola Lysenko auf dem Programm, gilt er doch als Begründer einer nationalen ukrainischen Musiktradition. Jean Sibelius’ große Zweite Sinfonie bildet den zweiten Teil des besonderen Programms.

Drei Musiker aus Sergej Paradjanovs Film „Shadows of Forgotten Ancestors“

Drei Musiker aus Sergej Paradjanovs Film „Shadows of Forgotten Ancestors“

© Sergej Paradjanov

Vergangene Termine

Abendprogramm Odessa Philharmonic Orchestra 6.9.2022 (, 4,7 MB)

Konzerte online
Livestream des Konzerts in der Digital Concert Hall,
verfügbar am 6. September 2022, 20:00
Aufzeichnung des Konzerts in der Berliner Festspiele Mediathek,
verfügbar 7. September 2022, 16:00 – 17. September 2022, 16:00

Alemdar Karamanov war in den Worten seines Kollegen Alfred Schnittke ein „phänomenal begabter“ Komponist, der sich offiziellen Vorgaben konsequent widersetzte, u. a. als er mitten im Kalten Krieg seine 17. Symphonie vorlegte – mit dem in der Sowjetunion kaum Erfolg versprechenden Titel „Amerika“. Zu einer Zeit, in der Geistliche in Straflager und Irrenanstalten verschleppt wurden, schrieb er zudem religiöse Werke wie sein Drittes Klavierkonzert „Ave Maria“, dessen Orientalismen eine Brücke zu biblischen Geschichten wie dem Auszug aus Ägypten schlagen: „Die Religion und religiöse Schriften sind zu einer ständigen Quelle meines Schaffens geworden.“ Begleitet vom Odessa Philharmonic Orchestra unter der Leitung seines Chefdirigenten Hobart Earle stellt Tamara Stefanovich das selten gespielte Konzert, das Karamanov mit dem „alten ägyptischen Ritual des Regentanzes“ verglich, in Berlin vor. Ebenfalls zu hören: der erste Satz „Kindheit“ aus dem Huzulen-Triptychon von Myroslav Skoryk, das auf karpato-ukrainischer Volksmusik basiert. Skoryk griff hier auf seine Musik zu Sergej Paradjanovs preisgekröntem Filmdrama „Feuerpferde“ zurück. Mit Mykola Lysenkos Elegie op. 41, Nr. 3 steht weiterhin ein echter Klassiker der ukrainischen Klavierliteratur auf dem Programm, der allerdings vielfarbig schillernd in neuem Orchestergewand erklingt. Bis heute gilt Lysenko in seiner Heimat als Begründer eines eigenständigen musikalischen Nationalstils, was sich analog auch über Jean Sibelius sagen lässt, der mit seiner Zweiten Symphonie zu einem Idiom fand, das die finnische Presse damals als eindeutig „finnisch“ identifizierte.

Konzertprogramm

Myroslav Skoryk (1938 – 2020)
Dytynstvo (Kindheit)
Musik aus dem Film
Shadows of Forgotten Ancestors (1965)

Mykola Lysenko (1842 – 1912)
Elegie op. 41, Nr. 3 (1902)
Orchesterfassung von Vsevolod Sirenko und Hobart Earle (2021)

Alemdar Karamanov (1934 – 2007)
Klavierkonzert Nr. 3 „Ave Maria“ (1968)

Jean Sibelius (1865 – 1957)
Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43 (1901)

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker und mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien