Tanz

ÜberLeben

Jugendcompany Perform[d]ance
Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern)

Das Stück handelt von zehn jungen Menschen, die sich mit Freiheit, Isolation und inneren Konflikten während der Pandemie auseinandersetzen.

ÜberLeben

ÜberLeben

© Felix Grimm

  • 55 min, ohne Pause

Vergangene Termine

Die Produktion in der Mediathek
Bis 31. Dezember 2022 als  Video on Demand

In „ÜberLeben“ stellen die jungen Tänzer*innen persönliche Gefühle wie Verwirrung, Überwindung, Sehnsucht, Ruhe, Chaos, Einsamkeit und Nähe auf individuelle Art und Weise dar. Das Stück setzt sich mit der aktuellen Situation auseinander, sowohl in Hinblick auf das Leben in Isolation während pandemiebedingter Quarantäne- und Lockdown-Phasen als auch in Bezug auf die generelle Entwicklung unseres Planeten. Obwohl es dem Publikum ein Gefühl einer düsteren Endzeitstimmung vermittelt, transportiert „ÜberLeben“ gleichzeitig einen Funken Hoffnung: Schließlich handelt das Stück auch vom Ausbrechen und Befreien aus dieser verhängnisvollen Lage.

Mit
Merle Cusihuaman Dotzlaff, Greta Engel, Claas Früchtenicht, Louisa Haberkorn, Frieda Hielscher, Ella Hupka, Lisa Riedl, Paul Salut, Lilly Schubert, Mathilda Siebert

Stefan Hahn Künstlerische und pädagogische Leitung
Viktoria Kohalmi Choreografie, Tanzpädagogik
Sebastian Sepell Komposition
Felix Grimm Lichtdesign, Produktion
Annett Hunger, Xenia Hufschmidt Bühnen-, Kostümbild
Karo Serafin Video

Stefan Hahn arbeitet seit 1989 als Choreograf und Tänzer. Ein besonderes Anliegen ist ihm, Tanz an nicht-theatralen Orten zu zeigen. 2001 gründete er den Verein Perform[d]ance in Stralsund und die Jugendcompany, denen er seitdem als künstlerischer und pädagogischer Leiter vorsteht.

Viktoria Kohalmi ist Tänzerin, Performerin, Choreografin und Tanzpädagogin. Die studierte ungarische Volkstänzerin und Lehrerin für modernen Tanz tauchte in die zeitgenössische Tanzszene ein, zunächst in Ungarn, dann in Spanien und schließlich in Deutschland.

Zur Auswahl – für die Jury Klara Liebig

„ÜberLeben“ handelt von zwölf jungen Menschen, die sich mit Freiheit und inneren Konflikten während der Pandemie auseinandersetzen. 2019 startete das Ensemble Perform[d]ance e.V. aus Stralsund mit der Erarbeitung ihrer Performance. Inspiriert von Jean-Luc Godards „Bildbuch“ entschied sich die Gruppe für eine dystopische Endzeitstimmung, die sie, mit der plötzlich in Erscheinung tretenden Pandemie ab 2020, tiefgehender verarbeitete. Das Tanzen wurde in Zoomkacheln fortgeführt und bildete den Grundbaustein, was auch in der Aufführung ersichtlich wird. In „ÜberLeben“ stellen die jungen Tänzer*innen persönliche Gefühle wie Verwirrung, Überwindung, Sehnsucht, Ruhe, Chaos, Einsamkeit und Nähe auf sehr individuelle Art und Weise dar. Wie können wir in sozialer Distanz ein Gruppengefühl erleben? Welche Hindernisse bewältigen wir dabei und was passiert, wenn diese überwunden sind? Wie erinnern wir uns an unseren Ursprung, während wir uns in begrenzten Bildschirmen bewegen? Und was fühlen wir, wenn wir uns von diesen Fragen befreien? „ÜberLeben“ verdeutlicht die Bedeutung des gemeinsamen Tanzens, des Alleinseins und den Umgang mit Weltschmerz, den junge Menschen mitunter empfinden. Wohin flüchte ich, wenn einfach alles zu viel wird? Mit seinem Bühnenbild zeigt das Ensemble eine 55-minütige Reise von bedrängender Digitalisierung bis in die Naturverbundenheit. Ob im Studio oder im Freien, während ihrer Proben arbeiteten die Tänzer*innen intensiv daran, sich gegenseitig Raum zu geben und individuell kenntlich zu machen, was sie in den letzten zwei Jahren beschäftigte. In Improvisation sowie in Choreografien machen sie sich nicht nur als Gestalter*innen der Performance sichtbar, sondern auch als gesamte Gruppe.