Tanz

„in2out“

Die Tanzetage
Frankfurt am Main (Hessen)

Das Duett „In2out“, das mit einer Improvisation der Tänzerinnen beginnt, thematisiert die Verbindung von zwei Menschen, die sich wahrnehmen, sich leiten und fallen lassen, sich loslassen und gegenseitig vertrauen.

„in2out“

„in2out“

© Niranh Chanthabouasy

  • 5 min

Die Produktion in der Mediathek
Dienstag, 27. September als  Livestream und anschließend bis 31. Dezember 2022 als  Video on Demand

„In2out“ nähert sich der Frage an, was Berührung und Nähe für jede*n von uns persönlich und im Kontakt mit anderen bedeuten kann. In der aktuellen Zeit haben auch junge Menschen Konflikte mit sich selbst und dem Verhalten gegenüber anderen. Ist es möglich, Nähe wieder zuzulassen oder bin ich dadurch vielleicht eine Gefahr für den*die andere*n? Der Versuch, trotz dieser „neuen Realität“ dem*der anderen die Hand zu reichen, wird im Duett dargestellt.

Mit
Naima Blancke, Anna Pelz

Victoria Söntgen Choreografie, Training
Niranh Chanthabouasy Film, Technik

Victoria Söntgen ist als Tänzerin und Choreografin in der freien Tanzszene europaweit aktiv. Zuletzt war sie u. a. in der Produktion „Schwanensee“ von Willy Praml als Odette in einer modernen Inszenierung (2021/22) und bei der Tanzproduktion „Wonderland“ (2019–2022) von Celestine Hennermann für Kinder- und Jugendtheater zu sehen. Zudem arbeitet sie als Tanzdozentin, sowohl in ihrer Tanzschule „Die Tanzetage“, die sie im Jahr 2017 übernahm, als auch im Rahmen von kultureller Bildung an verschiedenen Institutionen. Ihr Projekt „Tanz ins Alter“ führt sie seit 2007 deutschlandweit in Pflegeheimen durch. Sie arbeitet sowohl mit Kindern ab drei Jahren als auch mit Erwachsenen und Senior*innen zusammen.

Zur Auswahl – für die Jury Henrike Kollmar

Das Duett „In2out“ dauert nur wenige Minuten – die haben es aber in sich. Eine hohe Intensität ist zu spüren, die zwischen einer vorsichtigen Annäherung und einer individuellen Verortung der beiden Tänzerinnen oszilliert. Was sich bereits bei der Sichtung des Videos vermittelte, verstärkte sich bei der Live-Sichtung bei Tageslicht im Studio in Liederbach noch – das Gefühl, dass die Bewegungen und Begegnungen organisch auseinander hervorgehen, einen fließenden Sog erzeugen und von der Präsenz der Tänzerinnen getragen werden.

Das Stück entstand während der Pandemie erst in digitalen Treffen, und zwar im Laufe von Improvisationen mit der Fragestellung, wie man trotz Distanz gemeinsam tanzen und in Berührung miteinander kommen könnte. Bei der Weiterentwicklung in der realen Begegnung im Studio kristallisierte sich schnell heraus, dass Fragen, wo (neue) Grenzen verlaufen und Kontakte (wieder) entstehen können, zentrale Themen bilden. Das Duett überzeugt auch dadurch, dass es auf stringente Weise eine Erfahrung wiederspiegelt, die nicht nur Jugendliche, sondern viele Menschen während der Pandemie gemacht haben – die Verschiebung der Wahrnehmung, was als fern oder nah empfunden wird. „In2out“ ist eine Annäherung daran, was Berührung und Nähe für jede*n von uns persönlich und im Kontakt mit anderen bedeuten kann.