Tanz

ZeroWaste

JungeTanzCompany Uckermark / UMtanz e. V.
Mittenwalde (Brandenburg)

Wie können wir unseren Konsum, unseren Abfall und den hohen Energieverbrauch im Alltag verringern? Die Auseinandersetzung mit Ressourcen und Strategien wie Nullabfall, Regeneration und Plastikalternativen inspirierte die JungeTanzCompany Uckermark zu ihrem Stück ZeroWaste.

ZeroWaste

ZeroWaste

© Oliver Hohlfeld

  • 20 min

Vergangene Termine

Die Produktion in der Mediathek
Bis 31. Dezember 2022 als  Video on Demand

Die Körper, die Bewegungen, selbst die Atmung der zwölf jungen Akteur*innen verschmelzen in „ZeroWaste“ zu einem Ganzen. Die Verbindung des Bewegungsmaterials mit einer sphärischen Klangspur lässt die Emotionen der Tänzer*innen sichtbar werden. Diese zeichnen ein Bild der Trostlosigkeit, Trauer und einer düsteren Zukunft. Doch die Performer*innen verharren nicht in dieser Dystopie. Ihre Antworten auf die Fragen nach einer lebenswerten Zukunft liegen im Heute und so blättern sie zurück in die Gegenwart. Hier geht es um Verantwortung und Konsequenzen, die sie bereit sind zu tragen. Mit großer Dringlichkeit senden sie ihre Botschaft, den Wunsch nach einer Welt, in der die Zerstörung der Natur beendet wird, an das Publikum.

Mit
Ha Anh (Emiliy) Do, Melody Raue, Emilia Ribbeck, Ole Rönnebeck, Maya Wokan, Anntheres Schmidt, Helene Schneider, Emma Schubert, Finja Schubert, Alma Seemann, Inga Thum, Line Thum

Yeri Anarika Künstlerische Leitung
Daniel Drabeck Choreografie
Cornelia Baumgart Projektleitung
Sabrina Schmidt Projektbetreuung

Yeri Anarika war zehn Jahre Mitglied der Tanzkompanie Constanza Macras / DorkyPark und choreografiert und leitet Workshops in verschiedenen Städten Deutschlands sowie an internationalen Bühnen u. a. in Mexiko, Frankreich, Israel, Singapur und Griechenland. 2009 gründete sie mit Cornelia Baumgart und weiteren Künstler*innen den Verein UMtanz, um Tanzprojekte in der Uckermark zu etablieren.

Daniel Drabek arbeitet seit 2002 als Tänzer für verschiedene Projekte und Theater im In‐ und Ausland, darunter das CaDance Festival in Den Haag, das Theater Osnabrück und die Kompanie Constanza Macras / Dorky Park. Seit 2003 entwickelt er Choreografien, die u. a. in Arnheim, Osnabrück und Berlin gezeigt wurden. Er ist Gründungsmitglied der in Berlin ansässigen Künstlergruppe „die elektroschuhe“. Im UMtanz-Team ist er seit 2018 in der Tanzvermittlung tätig.

Zur Auswahl – für die Jury Silke Gerhardt

Der Zug rollt aus der Großstadt hinaus in die Uckermark, der Blick aus dem Fenster gleitet über eine wunderschöne Landschaft, bei der unweigerlich der Gedanke aufkommt, hier sei die Welt noch in Ordnung …

Im Waldhof, einem Probenort der JungeTanzCompany Uckermark / UMtanz e.V., umfängt mich beim Betreten des Raumes eine besondere Atmosphäre. Ein Gefühl von enger Gemeinschaft vermittelt die Gruppe jugendlicher Tänzer*innen, obwohl oder gerade weil sie mit 8 bis 16 Jahren eine sehr unterschiedliche Altersstruktur besitzt.

Mit Beginn der Aufführung bekräftigt sich dieses Gefühl auch auf der Bühne – eine sich ständig verändernde Skulptur zieht die Zuschauenden in ihren Bann. Die Körper, die Bewegungen, selbst die Atmung der zwölf Akteur*innen verschmelzen zu einem Ganzen.

Die Kombination des Bewegungsmaterials mit der sphärischen Klangspur lässt Emotionen sichtbar werden. Trostlosigkeit, Trauer, das düstere Bild einer Zukunft wird gezeichnet und geht unter die Haut. Doch die Jugendlichen verharren nicht in dieser Dystopie. Ihre Antworten auf die Fragen nach einer lebenswerten Zukunft liegen im Heute und so blättern sie zurück in die Gegenwart. Hier geht es um Verantwortung und Konsequenzen, die sie bereit sind zu tragen.

Mit großer Dringlichkeit senden sie ihre Botschaft, den Wunsch nach einer Welt, in der die Zerstörung der Natur beendet wird, an das Publikum. Diese Dringlichkeit spiegelt sich in einer kraftvollen und mit viel Energie gezeigten Bewegungssprache wider. Der Recycling-Gedanke erhält durch den Einsatz von Müllsäcken als Teil des Bühnen- und Kostümbildes eine zusätzliche Dimension. Hinzu kommen während des Rechercheprozesses selbst geschriebene Texte, für deren Einbindung ins Stück sich die Jugendlichen ganz bewusst entschieden haben.

Auch hier spürt man, mit welcher Intensität die Gruppe das Thema umtreibt. Die jungen Tänzer*innen überzeugen und berühren in ihrer Glaubwürdigkeit, versprühen Aufbruchsstimmung.

Der Zug rollt heimwärts und mit ihm das Gefühl der Hoffnung, dass diese schöne Landschaft bleiben wird.