Tanz

dancing for the questions

Noomi Johanna Eleni
Berlin

„dancing for the questions“ ist ein kurzer Tanzfilm, der den Tanz als Mittel der Kommunikation untersucht.

Dancing for the questions

Dancing for the questions

© Noomi Johanna Eleni

  • 10 min

Der Tanzfilm in der Mediathek
Dienstag, 27. September als  Livestream und anschließend bis 31. Dezember 2022 als  Video on Demand

Im Zentrum des Films stehen die Stadt Berlin und acht junge Tänzer*innen, die in Momenten der Stagnation auf der Suche nach Bewegung sind. Der Film geht der Frage nach, welche Situationen in der Isolation entstehen können. Er lässt die Tänzer*innen durch ihren Tanz miteinander kommunizieren, ohne dass sie sich im selben physischen Raum befinden. Diese Kommunikation untereinander, mit der Stadt und mit sich selbst verdeutlicht, dass sich die jungen Performer*innen auf einer gemeinsamen, aber sehr persönlichen Reise befinden. Sie alle suchen nach etwas in sich selbst, in anderen, in der Verbindung mit anderen und im Tanz. Tänzerisch spüren sie Fragen nach, auf die sie hoffen, eines Tages eine Antwort zu erhalten.

Mit
Noomi Aldinger, Mira Antonina Campo Jastrzębski, Carlotta Geßler, Matti Goltz, Eleni Murkudis, Jona Schlotbohm, Anna Steinberg, Johanna Stevens

Seit 2017 ist Eleni Murkudis Teil der ACADEMY Bühnenkunstschule, an der sie im Rahmen von Gruppenprojekten diverse Themen mit tänzerischen Mitteln erforscht. 2019 wirkte sie im Rahmen von Tanz im August an der Performance „Hard To Be Soft: A Belfast Prayer“ der irischen Choreografin Oona Doherty mit. „PRESSURE“ entstand 2020 in Zusammenarbeit mit Tänzer*innen der Theaterschule Deventer. Mit der Performance „Beat“ wurde sie zum Tanztreffen der Jugend 2020 eingeladen. In den letzten zwei Jahren war sie Teil der Jugend Company des Tanzstudios motion*s in Berlin. 2021 choreografierte und tanzte sie an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz „Die Gewehre der Frau Katrin Angerer“ von René Pollesch.

Mit dem Tanzen begann Johanna Stevens 2017 bei der ACADEMY Bühnenkunstschule. Auf der Bühne stand sie im Rahmen von Tanz im August mit der Performance „Hard To Be Soft: A Belfast Prayer“, choreografiert von Oona Doherty. Bei der TanzTangente nahm sie zudem am Projekt „UNLOCK“ teil. Außerdem war sie 2021 an der Produktion „Rückwärts“ beteiligt, die in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Berlin und der ACADEMY Bühnenkunstschule entstand. Sie absolvierte das Basisprogramm des Tanzstudios motion*s in Berlin und begann anschließend ihre Ausbildung zur Bühnentänzerin bei der Flying Steps Academy.

Zur Auswahl – für die Jury Felix Berner und Camilo Tupac Amaru Störmann

Das junge Kollektiv aus Berlin befasst sich mit den Mitteln des Tanzes, des Films, der Sprache und der Musik mit den Konsequenzen der Corona-Pandemie und behandelt Fragen, die im Zentrum des gesellschaftlichen Zusammenlebens stehen. Einsamkeit, Zweifel, die Suche nach neuen Strukturen, Kommunikation und sozialem Kontakt, das Alte und das Neue sind nur einige der Themen der beeindruckenden künstlerischen Arbeit. Landschaften aus Beton, Metall, Schotter und architektonisch geraden Linien – immer wieder werden vereinzelt tanzende Menschen sichtbar, die im Vergleich zu der Größe der Orte, an denen der Kurzfilm „dancing for the questions“ spielt, klein und verloren wirken. Ihre Körper sind in Kontakt mit harten, kalten und begrenzenden Oberflächen – untereinander berühren sie sich nie. Ihre Wege verlaufen stets parallel und treffen sich, analog zu den allgegenwärtigen architektonischen Linien, nie. Es entstehen Bilder einer bedrückenden Leere und Einsamkeit, in denen der Tanz aufblitzt wie ein Hoffnungsschimmer, wie ein energetischer Gegenentwurf, wie der Beginn einer sich vorsichtig anbahnenden Annäherung. Es ist eine bemerkenswerte Arbeit dreier junger Menschen, die sich politisches Gehör verschaffen: auf frische, fantasievolle, unzensierte künstlerische Weise. Der Film wirkt niemals plakativ, sondern bleibt mit einem großen Deutungsspielraum persönlich an die jungen Performer*innen angebunden. Eine gelungene künstlerische Übersetzung einer von Isolation geprägten Zeit, ein Spiegel der Gesellschaft, ein Protestruf.