Tanz

Lotte/ich

Junge Akteur*innen am Jungen Theater Bremen
Bremen

Was bedeutet es, ‚Ich‘ zu sein? Im Spannungsfeld zwischen familiären und gesellschaftlichen Anforderungen und Erwartungen sowie eigenen Wünschen und Vorstellungen setzt sich die junge Performerin Roselotte Schmidtmeyer mit Fragen zur eigenen Biografie auseinander.

Lotte/ich

Lotte/ich

© Jörg Landsberg

  • 30 min

Vergangene Termine

Die Produktion in der Mediathek
Bis 31. Dezember 2022 als  Video on Demand

Das Tanzsolo „Lotte/ich“ sucht nach den Bedingungen und (Un-)Möglichkeiten von Individualität. Es erkundet die Verbindung von Körper und Subjekt und verwischt Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion sowie Aneignung und Zuschreibung. Roselotte ist 18 Jahre alt und stellt sich manchmal vor, ein Wal zu sein.
Startpunkt der engen Zusammenarbeit von Roselotte Schmidtmeyer und Birgit Freitag waren Fragen zu Themen wie Familie, Visionen, Ängste, Zukunft und Sehnsüchten. Sowohl Bewegungsmaterial als auch Texte sind aus Improvisations- und Schreibaufgaben während des Probenprozesses entstanden.

Mit
Roselotte Schmidtmeyer

Birgit Freitag Regie, Choreografie
Josefine Freitag Assistenz
Jörg Keiper Licht
Riccardo Castagnola Musik und Tontechnik

Birgit Freitag ist freischaffende Regisseurin und Choreografin aus Bremen. Sie realisiert Projekte sowohl an Stadt- und Staatstheatern als auch in der freien Szene. Mit Junges Theater Bremen und Junge Akteur*innen verbindet sie eine langjährige Zusammenarbeit. Ihre Produktion „Eins zu Eins“ wurde zum Festival Augenblick Mal! 2017 nach Berlin eingeladen, für „Für vier“ erhielt sie 2019 den deutschen Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie Regie Kinder- und Jugendtheater. In beiden Produktionen stehen junge Menschen gemeinsam mit professionellen Schauspieler*innen auf der Bühne.

Zur Auswahl – für die Jury Silke Gerhardt

Auf der fast leeren Bühne empfängt uns eine Tänzerin. Sie schaut uns offen entgegen, erwartungsvoll. Eine Verbindung mit den Zuschauenden entsteht und man möchte etwas über sie erfahren.

Das ist Lotte. Sie nimmt uns mit auf eine bewegte Forschungsreise, auf der sie Fragen zur eigenen Individualität nachgeht: Was bedeutet es, ‚Ich‘ zu sein? Was kann ‚Ich‘ noch alles sein? Lotte stellt sich manchmal vor, ein Wal zu sein …

Die Klangspur, die uns zu Beginn des Stückes umfängt, lässt Platz für unterschiedliche Assoziationen, wie zum Beispiel: in Wasser eintauchen. Die junge Performerin beginnt die Bühne mit ihrer ungeheuren tänzerischen Energie zu füllen und zieht schnell in ihren Bann. Bewegungen durchfließen wellenartig den Körper, sie scheinen schwerelos. Mit wechselnder Perspektive auf das eigene Ich verändern sich die Bewegungsqualitäten, Dynamik und Tempo nehmen zu, die Intensität steigt. Eine weitere Ebene eröffnet der Einsatz von Texten, überzeugend selbst verfasst von der Tänzerin.

Großartig ist die Idee, mit einer Schaumstoffmatte zu improvisieren und daraus eine Choreografie zu entwickeln. An dieser Stelle verändert sich das Bewegungsmaterial völlig, neue Bilder werden geschaffen. Lotte überzeugt mit beeindruckender Präsenz und Glaubwürdigkeit. Man spürt in jedem Moment die eigenen, sehr klaren künstlerischen Entscheidungen.

Danke Lotte, dass du deine Antworten zu Fragen nach den Möglichkeiten von Individualität mit uns teilst und uns Anstoß zum Weiterdenken gibst!