Moses von Michelangelo

Moses von Michelangelo

Konzert

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

17:00 Uhr Ausstellungsfoyer des Kammermusiksaals
Diskussion über Moses und Aron mit dem „Quartett der Kritiker“ des Preises der deutschen Schallplattenkritik

Zur Aufführung gibt es am 1. und 2. September ein Begleitprogramm: Im südlich von Berlin gelegenen Schloss Genshagen sprechen u. a. Sylvain Cambreling, Nuria Schönberg-Nono und Gerard Mortier über Moses und Aron.
www.stiftung-genshagen.de

Arnold Schönbergs Oper Moses und Aron ist Fragment geblieben – und hat doch den Weg ins Repertoire gefunden, als ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts. Längst hat sich das Werk als Klassiker der Neuen Musik behauptet.

1928 beginnt Schönberg die Arbeit an der Oper, in Berlin, wo er an der Preußischen Akademie der Künste eine Meisterklasse unterrichtet. 1933 treiben ihn die fatalen politischen Entwicklungen in Deutschland ins Exil. Im Gepäck hat er sein Opernprojekt, das vom Auszug der Israeliten aus Ägypten ins Gelobte Land handelt. Als er in Paris Zwischenstation macht, kehrt er in der Synagoge der französischen Hauptstadt offiziell zum jüdischen Glauben zurück, bevor er die Überfahrt in die USA antritt.

In Amerika muss sich der in der vor Musik überbordenden Metropole Wien sozialisierte Schönberg in völlig neuartigen Strukturen orientieren. Der Markt und private Mäzene bestimmen hier das Musikleben: „Als ich 1933 nach Amerika kam, konnte ich mein Handelszeichen nicht wechseln. Ich war der Mann mit ‚dem System der chromatischen Leitern‘“, erinnert er sich später. Der Filmindustrie Hollywoods verweigert er sich. Er kann als Professor für Komposition Fuß fassen, zwei Jahre unterrichtet er auch den jungen John Cage. Schönberg komponiert weiterhin, bleibt sich künstlerisch treu und arbeitet mit großen Unterbrechungen bis in die 1940er Jahre an Moses und Aron. Doch die USA bleiben ihm letztlich fremd, obwohl er mit amerikanischen Kollegen befreundet ist, etwa mit George Gershwin: „Wohl habe ich die Trennung von der alten Welt vollzogen, nicht ohne sie bis in die Knochen gespürt zu haben, denn ich war doch nicht darauf vorbereitet, dass sie mich sowohl heimatlos als auch sprachlos machen werde (…)“, äußert Schönberg einmal über seine erzwungene Emigration in die USA, das Land, das wie kein anderes Hoffnungen auf ein Gelobtes Land unbegrenzter Möglichkeiten weckte.

Die konzertante Produktion von Schönbergs Moses und Aron unter der Leitung von Sylvain Cambreling hat Premiere beim Musikfest Berlin, bevor sie anschließend in Luzern, Madrid und Strasbourg aufgeführt wird. Zur Aufführung gibt es am 1. und 2. September ein Begleitprogramm: Im südlich von Berlin gelegenen Schloss Genshagen sprechen u. a. Sylvain Cambreling, Nuria Schönberg-Nono und Gerard Mortier über Moses und Aron.

www.swr.de/sinfonieorchester

Arnold Schönberg [1874-1951]
Moses und Aron
Oper in drei Akten [1930/37]
konzertante Aufführung der von Schönberg fertiggestellten Akte I und II

Franz Grundheber Sprecher (Moses)
Andreas Conrad Tenor (Aron)
Johanna Winkel Sopran (Ein junges Mädchen)
Elvira Bill Alt (Eine Kranke)
Jean-Noel Briend Tenor (Ein junger Mann)
Jason Bridges Tenor (Der nackte Jüngling)
Andreas Wolf Bariton (Ein anderer Mann / Ephraimit)
Friedemann Röhlig Bass (Ein Priester)
und weitere Mitwirkende

EuropaChorAkademie / Sylvain Cambreling, Joshard Daus Einstudierung
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Peter Tilling Assistenz und Leitung Bühnenmusik
Sylvain Cambreling Leitung