Ingo Metzmacher

Ingo Metzmacher

© Anja Frers

Konzert

Berliner Philharmoniker

Einführung jeweils 19:00 Uhr

Die Symphony No. 4 gehört zu den großen ambitionierten Werken von Charles Ives: Weltanschauungsmusik, gleichsam das transatlantische Pendant zur 3. Symphonie von Gustav Mahler, der auf die Musik seines amerikanischen Kollegen während seiner New York-Aufenthalte aufmerksam wurde. „Das Vorspiel ist die große Frage des Wie und Warum, die der menschliche Geist an das Leben stellt. Die folgenden drei Sätze sind die verschiedenen Antworten des Lebens“, kommentierte Ives seine Symphonie.

Die Musik ist ein geradezu überbordendes Portrait der USA, von der puritanischen Beschaulichkeit Neuenglands bis zur urbanen Vitalität der Metropole New Yorks, von Anklängen an Bach bis zu Elementen des Ragtime. Ein Hauptorchester, ein Fernorchester und ein Chor setzt Ives in seinem Werk ein. Gleichzeitig ist das Werk aufgrund seines gewichtigen Klavierparts gewissermaßen das heimliche Klavierkonzert von Charles Ives.

Anfang 1932 fuhr Ives’ jüngerer Kollege George Gershwin mit Freunden nach Kuba. In Havanna hörte er Folklore und kubanische Tanzmusik, lernte die einheimischen Schlaginstrumente kennen und kaufte sich Klanghölzer, Bongos, Guiro und Maracas. Vom Leben und der Musik Kubas inspiriert, schrieb er die Cuban Overture, feurige Orchestermusik mit Rumba- und Habanera-Rhythmen.

Leonard Bernstein setzte lateinamerikanische Tanzmusik und Jazz in West Side Story ein, um verschiedene Jugendgangs zu charakterisieren. Während der Entstehung seines Musicals, dass ihm den Durchbruch brachte, sagte Bernstein im US-Fernsehen: „Manche erblicken in dem neuen Jazz den wirklichen Anfang einer ernsten amerikanischen Musik, in der der amerikanische Komponist seinen eigenen Ausdruck gefunden hat. (…) Ich muss gestehen, dass ich bisweilen selbst so denke.“ Bernstein war fasziniert vom Jazz wegen „seiner Einzigartigkeit und der Eigenwilligkeit seiner Ausdrucksformen“. Bernsteins Kollege George Antheil, selbsternannter „Bad Boy of Music“, hat in seiner furiosen Jazz Symphony unterschiedliche Einflüsse mit der Energie des Jazz zum Siedepunkt gebracht.

Pierre-Laurent Aimard übernimmt den Klavierpart in Ives’ Symphony No. 4, bevor er im Late-Night-Recital am 8. September die Concord-Sonate, Ives zweites großes Amerika-Porträt, alleine auf die Philharmoniker-Bühne stemmt.

www.berliner-philharmoniker.de
www.ernst-senff-chor.de
www.klassikakzente.de/pierre-laurent-aimard

George Gershwin [1898-1937]
Cuban Overture [1932]

Charles Ives [1874-1954]
Symphonie Nr. 4 [1910-16]

George Antheil [1900-1959]
A Jazz Symphony [Fassung 1955]

Leonard Bernstein [1918-1990]
Symphonic Dances aus West Side Story [1960]

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker
in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin