Konzerte & Performances

silent green 2

Lim / Chase // Ting // Oliveros / PHØNIX16

Dieser Festivaltag umfasst eine Reihe von künstlerischen Arbeiten, die einerseits Klang und Musik anhand von Körperlichkeit erforschen, und andererseits Berührung durch Klang- und musikalische Erfahrungen – präsentiert in einzigartigen Begegnungen, einer Reihe von Embodied Performances sowie durch Berührung, Empathie und Sensibilität.

Sex Magic

Sex Magic

© Liza Lim

Programm

Betonhalle, Konzert
Liza Lim (*1966)
Sex Magic (2019/2020)
Mit Claire Chase
Senem Pirler Elektronik

Liza Lims „Sex Magic“ ist ein Ritual für Okarina, Kontrabassflöte, Elektronik und Schlagzeug. Für die Komponistin geht es um „die heilige Erotik in der Geschichte der Frau“ und „eine alternative kulturelle Logik weiblicher Macht, die mit den Zyklen der Gebärmutter verbunden ist – die lebensschaffenden Kräfte der Geburt, die sich mit der Welt synchronisierenden Zeitlichkeiten des Körpers und das Zentrum der Gebärmutter als Ort einer göttlichen Weisheit“. Das Stück bezieht sich auf mehrere mystische und mythologische Gestalten – und endet, das Gedicht „Ulysses“ von Alfred Tennyson zitierend, in Sanftheit: „Der lange Tag schwindet / Der Mond steigt langsam / Kommt, meine Freunde / Es ist nicht zu spät, eine neue Welt zu suchen.“

Rampe, Performance
Liping Ting
Echoing Contemporary (2023)

„Echoing Contemporary“ ist eine lyrische Performance – live und in situ. Ein atmendes Labyrinth, das sich frei innerhalb und außerhalb von allen Täuschungen und Enttäuschungen bewegt. Ein dahintreibender Embryo und eine lange Zeitspanne multisensorischen Erlebens, Sehens, Berührens, Hörens und Fühlens. Ein Korridor der Leere, in dem ein vielstimmiger Zustand des Seins widerhallt. Ein Ritual, bei dem zahllose Federn im Wind wehen, unablässig und lautlos. Ein Ritual aus sich bewegendem Papier, bei dem das Singen unhörbarer Lieder zu einem Segen des unendlich weißen Ozeans wird. Ein Ritual, bei dem das Haar von Tieren wie Menschen sich endlos zu den tanzenden Sternen erhebt, endlos zum Universum.

Betonhalle, Performance
Pauline Oliveros (1932-2016)
Sonic Meditations (1971) als Teil von Grenzraum HÖREN 8
Mit PHØNIX16, Timo Kreuser

„Bei kontinuierlicher Arbeit werden einige der folgenden Dinge durch Klangmeditationen möglich: Zustände von gesteigerter Achtsamkeit und Erweiterungen des Bewusstseins, physiologische und psychologische Veränderungen von bekannten und unbekannten Spannungen hin zu sich allmählich einstellenden Entspannungen. Diese Veränderungen können eine Harmonisierung von Körper und Geist bewirken. Die Gruppe kann dabei eine positive Energie entwickeln, um andere, die weniger erfahren sind, zu beeinflussen. Die Mitglieder der Gruppe können ein stärkeres Bewusstsein und eine größere Sensibilität füreinander erlangen. Musik ist ein willkommenes Nebenprodukt dieser Aktivität.“ – Pauline Oliveros

Diese Arbeit ist Teil der Reihe „Grenzraum HÖREN“, einem umfangreichen multisensorischen Programm, das von PHØNIX16 und Timo Kreuser entwickelt wurde und sich mit den Werken zweier Komponist*innen auseinandersetzt: Jakob Ullmann und Pauline Oliveros. Beide haben auf je eigene Weise ein besonderes Verhältnis zum Hören, zu den für die Ohren unhörbaren Klangphänomenen und zu weiteren akustischen Informationen, die durch das Hören gewonnen werden, entwickelt.

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Logo Hauptstadtkulturfonds