Ausstellung

Günther Uecker

Zwanzig Kapitel

11. März bis 6. Juni 2005

Plakat zur Ausstellung „Günther Uecker – Zwanzig Kapitel“

Plakat zur Ausstellung „Günther Uecker – Zwanzig Kapitel“

Gestaltung: Steenbrink Vormgeving, Berlin

Günther Uecker zählt zu den wichtigsten, mit unveränderter Intensität arbeitenden deutschen Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und den wenigen, die in dieser Zeit kontinuierlich internationale Anerkennung gefunden haben. Dass seine Werke von westlichen wie östlichen Museen gleichermaßen gesammelt und ausgestellt wurden, ist nicht nur als Gütezeichen von Qualität zu werten, sondern hat auch mit seiner Vita und mit der auf einem humanistischen Lebensideal beruhenden Allgemeingültigkeit seiner Kunst zu tun.

Der 1930 in Mecklenburg geborene Künstler kam 1955 als junger Mensch aus der DDR in die Bundesrepublik und studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er später bis zu seiner Emeritierung 1995 auch als Professor tätig war. Bereits Ende der 1950er Jahre stand Uecker, u.a. als Mitglied der legendären Avantgarde-Gruppe ZERO, in den vorderen Reihen der internationalen Kunsterneuerung. Mit dem radikalen Wechsel vom gemalten Tafelbild zum Nagel-Objekt gelang es ihm, ein seinen künstlerischen Absichten gemäßes Werkzeug zu finden (nebenbei auch ein seitdem an ihm haftendes Markenzeichen), womit er seine in den Folgejahren immer intensivere Hinwendung zu naturhaften Arbeitsmitteln in der Kunst einleitete. Seit Mitte der 1960er Jahre war Uecker beteiligt an wichtigen Großausstellungen, wie an der Biennale Venedig oder der documenta, und erhielt zahlreiche Preise, wie den Kaiserring der Stadt Goslar. Er ist auch Mitglied im Orden „Pour le Mérite“.

Das Thema seiner Werke in den 1980er und 1990er Jahren war stets die „Verletzbarkeit der Menschen durch den Menschen“, wie er es selbst formulierte. Das Wissen um das Gefährdetsein von Natur und Mensch führte ihn zu betroffen machenden Bildwerken und Installationen, die existenzielle Aspekte unseres Lebens berühren.

Gerade Berlin, eine Stadt, die ihre neue Rolle in der Ost-West-Verständigung sucht, war prädestiniert, die längst fällige Retrospektive Ueckers auszurichten und damit das Lebenswerk eines der ganz großen „gesamtdeutschen“ Künstler anlässlich seines 75. Geburtstages zu würdigen.

Die Ausstellung bestand aus 20 Kapiteln. 19 dieser Kapitel wurden im Martin-Gropius-Bau gezeigt, aufgeteilt in thematische Gruppierungen, mit herausragenden Beispielen aus fünf Jahrzehnten, die den künstlerischen Weg Ueckers nachzeichnen. Kapitel 20 war ab dem 20. April 2005 in der Neuen Nationalgalerie zu sehen. Die Ausstellung besand aus hochkarätigen Leihgaben öffentlicher und privater Sammlungen sowie teils noch nie gezeigten Exponaten aus dem Besitz des Künstlers. Zur Ausstellung wurde ein breit gefächertes Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen, Gesprächen, Filmvorführungen und spezieller Betreuung von Besuchergruppen angeboten.

Veranstalter: Neuer Berliner Kunstverein in Zusammenarbeit der Neuen Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin. Ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds.
Hauptsponsor Deutsche Bank AG.
Kurator: Alexander Tolnay, Berlin