Theater

Markus Öhrn / Institutet / Nya Rampen

Markus Öhrn, Institutet, Nya Rampen / Niskanpää, Berlin – Malmö, Berlin – Helsinki, Berlin
„We love Africa and Africa loves us“
Ein Theaterstück über postkoloniale Allmachtsphantasien und europäische Familienstrukturen
Uraufführung

We love Africa and Africa loves us

We love Africa and Africa loves us

© Markus Öhrn

Vergangene Termine

Artist Talk
06. & 11. Oktober 2012, im Anschluss an die Vorstellung

„Daddy“ steckt in der Krise. Dem Schrecken von Joseph Fritzls Keller ist die Familie entkommen, nun dominiert die Alltagsroutine. Das mittelständisch-westliche Lebenskonzept hat die soziale Rollenverteilung aufgeweicht: zwar ist der Vater noch immer der Repräsentant, Ernährer und Beschützer von Frau und Kindern, doch durch die fehlende gesellschaftliche Anerkennung seines Patriarchats kastriert, fühlt er sich in der Gestaltung des Familienprojekts eingeschränkt. We love Africa and Africa loves us beginnt dort, wo die Vorgängerproduktion Conte d’Amour endete. In Conte d’Amour wurde das Hinabsteigen in die Tiefen der romantischen Liebe mit dem Bild eines Kellers beschrieben. In der neuen Produktion von Markus Öhrn [Niskanpää/Berlin], Institutet [Malmö/Berlin] und Nya Rampen [Helsinki/Berlin] nun befindet sich die Familie im Erdgeschoss. Auf dem Ground Zero Level der modernen Demokratie angekommen, macht sie sich auf die Suche nach externer Legitimation ihrer internen Psycho-Logik. Das westliche Bild von Afrika als dem Unbekannten, Wilden, Authentischen, Hilfebedürftigen wird ihnen zum notwendigen „Anderen“. We love Africa and Africa loves us überträgt die Strukturen der weißen Kernfamilie auf die Dynamik der humanitären Hilfe in der sogenannten Dritten Welt: Im Drama um das Verhältnis von Helfern und Geholfenen werden Postkolonialismus und Rassismus zu Konstruktionen hegemonialer, patriarchaler Allmachtsphantasien: die Projektion des inneren Chaos auf einen weit entfernten Kontinent namens Afrika. Eine Reise in das Herz europäischer Finsternis.

Regie/Bühne Markus Öhrn
Script/Research Anders Carlsson
Komposition/Musik Andreas Catjar
Kostüme Pia Aleborg
Kamera/Licht Volker M. Schmidt
Technik Patrick Tucholski
Produktion Alexa Graefe (Institutet), Tina Pfurr (Ballhaus Ost)
Künstlerische Koordination Pamela Schlewinski

Mit
Elmer Bäck, Anders Carlsson, Jakob Öhrman, Rasmus Slätis

Koproduziert von Institutet, Nya Rampen, Ballhaus Ost / Berlin, Baltic Circle Theatre Festival / Helsinki, Garage X / Wien, Inkonst / Malmö, Südpol / Luzern
Unterstützt durch Hauptstadtkulturfonds Berlin, Swedish Arts Council, Swedish Cultural Foundation in Finland, Nordic Culture Point, Swedish Author’s Fund, Stadt Wien MA 07