Ausstellung

Kyohei Sakaguchi

Kyohei Sakaguchi / Kumamoto
„Mobile House“
Sperrholz mit Geschichte

Mobile House

Mobile House

© Kyohei Sakaguchi

Ausstellung
„Zero Public – Practice for Revolution“
Vernissage: 27. September 2012, 19:00 Uhr
Geöffnet an Spieltagen zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn und nach Vereinbarung. Eintritt frei.
Die Ausstellung im Oberen Foyer des Haus der Berliner Festspiele zeigt eine Auswahl von Sakaguchis Entwürfen, Bildern, Videos und Texten, zeichnet seinen Werdegang nach und kontextualisiert das Projekt „Mobile House“.
In Zusammenarbeit mit Makiko Hara (Centre A, Vancouver, Canada)

Artist Talk
30. September 2012, 18:30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele

Film
„How to build a Mobile House“
07. Oktober 2012, 18:00 Uhr, Haus der Berliner Festspiele, Cinema

„Wenn wir über Architektur reden wollen, sollten wir vorher eine Camp-Situation erlebt haben – ohne Dach, ohne Wände“, findet Kyohei Sakaguchi: denn für ein Zuhause brauche es nicht viel. Von mobilem Lebensstil und Überlebensstrategien Obdachloser in japanischen Großstädten inspiriert, stellt der Architekt, Autor und Maler Fragen nach unserem Konsumverhalten und der Definition von Wohn- und öffentlichem Raum. Zero-Yen-Häuser nennt er die Wohnkonstruktionen, die kaum etwas kosten, weil sie aus Materialien bestehen, die andere wegwerfen: Bauabfällen, ausgedienten Autobatterien und Solarzellen, die noch genug Strom erzeugen, um eine Herdplatte oder einen Fernseher zu versorgen. Aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt, können diese Häuser jederzeit schnell ab- und woanders wieder aufgebaut werden. Ausgehend von dieser Idee des Recyclings entwickelt Sakaguchi das Prinzip der Beweglichkeit in seinen mobilen Häusern weiter. Eine Lücke im japanischen Baurecht – eine Struktur auf Rädern gilt nicht als Wohnbehausung – ermöglicht es ihm, fahrbare Wohneinheiten in Brachen und auf öffentlichen Plätzen zu errichten: eine Wohnform, die das Konzept von Privateigentum umdeutet und auf eine Öffnung des gemeinsamen Lebensraums abzielt. Für Foreign Affairs errichtet Sakaguchi vor dem Haus der Berliner Festspiele ein mobiles Haus auf Rädern: eine fünfteilige Wohneinheit aus Sperrholz mit Geschichte, in der der Pianist Marino Formenti drei Wochen lang leben und Klavier spielen wird, während das Publikum kommen, gehen oder bleiben kann, wann und so lange es möchte.

Das Baumaterial ist teilweise Bestandteil des Projektes ÜBER LEBENSKUNST / Instant City Initiative.

Idee/Konzept Kyohei Sakaguchi [Kumamoto]
Mitarbeit Yosuke Nishiumi
Produktionsleitung Akane Nakamura, Nana Koetting