Konzerthausorchester Berlin

Konzerthausorchester Berlin

© Marco Borggreve

Konzert

Konzerthausorchester Berlin

Einführung 19:00 Uhr

Er wolle „nicht ins Leere schreiben“, bekannte Benjamin Britten einmal und fügte erklärend hinzu: „Fast jedes Stück, das ich geschrieben habe, entstand für eine bestimmte Gelegenheit und meistens auch für bestimmte Musiker.“ Brittens bei aller Raffinesse auch von typisch britischem Understatement geprägte Musik hat zum Teil unfaire Häme erfahren. So kritisierte Theodor W. Adorno 1949 Brittens „Geschmack am Ungeschmack, Simplizität aus Unbildung, Unreife, die sich abgeklärt dünkt, und Mangel an technischer Verfügung.“

Heute hören wir Brittens Musik mit anderen Ohren. Sein einziges Klavierkonzert schrieb der englische Komponist 1938 für einen Pianisten – und der hieß: Benjamin Britten! Mit unüberhörbarer Freude an seiner Doppelbegabung als Klaviervirtuose und Komponist schuf Britten ein brillantes Stück Musik, das er – als sein kompetentester und fairster Kritiker – sieben Jahre später einer Überarbeitung unterzog.

Brittens „Sinfonia da Requiem“ hingegen entstand anlässlich der 2600-Jahrfeier Japans, wurde 1941 dann aber in New York uraufgeführt: Die japanische Regierung hatte Anstoß an der christlichen Ausrichtung der Komposition genommen.

Brittens bezwingend unangepasste Musik tritt in diesem Konzert, in dem mit dem jungen englischen Pianisten Benjamin Grosvenor der wohl faszinierendste Interpret von Brittens Klavierkonzert zu erleben ist, in einen spannenden Dialog mit jener zweier anderer Einzelgänger des 20. Jahrhunderts: Witold Lutosławski und Leoš Janáček.

Witold Lutosławski [1913-1994]
Jeux vénitiens [1960-61]
für Kammerorchester

Benjamin Britten [1913-1976]
Konzert für Klavier und Orchester op. 13 [1938, rev. 1945]

Benjamin Britten
Sinfonia da Requiem op. 20 [1940]

Leoš Janáček [1854-1928]
Taras Bulba
Rhapsodie für Orchester [1915-18]

Eine Veranstaltung des Konzerthaus Berlin
in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin