Alan Gilbert

Alan Gilbert

© Chris Lee

Konzert

Berliner Philharmoniker

Einführung jeweils 19:00 Uhr

Leoš Janáček, Béla Bartók, Witold Lutosławski! Das sind klingende Namen dreier ebenso singulärer wie einflussreicher Komponistenpersönlichkeiten aus dem geographischen Zentrum Europas. Vieles trennte sie voneinander: ihre Lebensdaten, ihre Herkunft und Sprache sowie natürlich ihre Musik. Und dennoch verbindet sie und ihr Schaffen viel mehr, als es zunächst den Anschein hat. Alle drei verfügten über einen messerscharfen Intellekt, entwickelten sich künstlerisch unabhängig von allen seinerzeit tonangebenden kompositorischen Strömungen, schrieben Musik, die viel zu individuell geprägt, ja, vermutlich auch viel zu intelligent war, um irgendwelche „Schulen“ zu begründen, dennoch aber enorme Ausstrahlungskraft auf folgende Generationen besaß und immer noch besitzt.

Dass der weltweit gefeierte Geiger Thomas Zehetmair und die Berliner Philharmoniker unter der Leitung des amerikanischen Dirigenten Alan Gilbert in diesem Konzert Werke von Janáček, Bartók und Lutosławski zur Diskussion zu stellen, ist ein Beweis dafür, dass sich der Blick auf die Musikgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den vergangenen Jahrzehnten radikal verändert hat. Endgültig vorbei sind die Zeiten, in denen man noch Furore machen konnte, indem man Schönberg gegen Strawinsky ausspielte. Heute will die ganze Vielfalt der klassischen Moderne (neu) entdeckt werden – und das ohne philosophisch verbrämte, den eigenen kulturellen Standort mit tauben Ohren überhöhende Wertungen.

Witold Lutosławski [1913-1994]
Symphonie Nr. 4 [1992]

Leoš Janáček [1854-1928]
Wanderung einer kleinen Seele
Konzert für Violine und Orchester [1926]

Béla Bartók [1881-1945]
Der holzgeschnitzte Prinz
Tanzspiel in einem Akt [1914-17]

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker
in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin