Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.

Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.. Sandra Hüller, Hans Kremer, Stephan Bissmeier, Marc Benjamin

© Julian Röder

Theater
10er Auswahl

Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.

von Elfriede Jelinek
Münchner Kammerspiele

Uraufführung 27. Oktober 2012

  • 2h 55, eine Pause
  • Mit englischen Übertiteln

Publikumsgespräch 10. Mai 2013, im Anschluss an die Vorstellung
Haus der Berliner Festspiele, Bornemann Bar / Kubus
mit dem Ensemble und Christoph Leibold (Jury)
Moderation Tobi Müller

Wie Diamanten funkeln die Eiswürfel auf der Spielfläche. Doch im Scheinwerferlicht schmilzt die Pracht bald dahin. Alles nur Schein. Um Vergänglichkeit geht es. Und um Mode. Aber was wäre vergänglicher als Mode? Münchens Modemeile Maximilianstraße (an der auch die Kammerspiele liegen, denen Elfriede Jelinek ihr Stück geschenkt hat) – ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, im doppelten Sinne: Alles ist eitel, alles nichts.

Aber aus einem Nichts kann auch alles werden. So wie erst Kleider Leute machen und das kleine München sich gerne in große Bedeutung hüllt. Seltsame Gestalten flanieren über die Bühne in Johan Simons’ Inszenierung: Männer auf High Heels in hautfarbener Damenwäsche, die ihr welkes Fleisch mit Mode-Accessoires bemänteln: Pelzjacken und Luis-Vuitton-Handtaschen. Und mitten unter den Männern: Sandra Hüller als Fashion Victim, die hochnotkomisch an ihrem schicken neuen Rock verzweifelt, der sie zu einem Niemand degradiert. Weil er nie so an ihr aussehen wird wie an den Models auf den Plakaten. Theater, jenseits aller Moden und schönen Oberflächen, von existentieller Tiefe.

www.muenchner-kammerspiele.de

Regie Johan Simons
Bühne Eva Veronica Born
Kostüme Teresa Vergho
Musik Carl Oesterhelt
Licht Wolfgang Göbbel
Dramaturgie Matthias Günther

Mit:
Marc Benjamin, Stephan Bissmeier, Benny Claessens, Sandra Hüller, Hans Kremer, Steven Scharf, Maximilian Simonischek

Trompete Micha Acher
Bassklarinette Stefan Schreiber
Posaune Mathias Goetz
Piano Sachiko Hara
Melotron Michael Oesterhelt