Ausstellung

Eugène Atget

Retrospektive

28. September 2007 bis 6. Januar 2008

Plakat zur Ausstellung „Eugène Atget – Retrospektive“

Plakat zur Ausstellung „Eugène Atget – Retrospektive“

Gestaltung: Steenbrink Vormgeving, Berlin

Anlass der Ausstellung war der 150. Geburtstag des Fotografen Eugène Atget. Die von der Bibliothèque nationale de France zusammengestellte Ausstellung zeigte mit 350 Werken zum ersten Mal in Deutschland eine umfassende Retrospektive aus dem großen Œuvre Atgets.

Atget hat wie kein anderer Fotograf zwischen 1897 und 1927 das Alte Paris in seinen Bildern festgehalten. Seine Aufnahmen zeigen die Stadt in ihren unterschiedlichen Facetten und ermöglichen eine besondere Sicht auf Paris und seine Bewohner um die Jahrhundertwende.

Seine Tätigkeit fiel mit dem Bewusstsein zusammen, an einer Zeitenwende zur Moderne zu stehen. Atgets Aufnahmen unterscheiden sich von denen seiner Kollegen, die über die streng bauliche Dokumentation nicht hinausgehen, durch ihren Motivreichtum und durch eigenständige gestalterische Lösungen. Er wählte seine Sujets selbst.

Mitte der 1920er Jahre wurde Atget von jungen Avantgardekünstlern entdeckt. Man Ray, der wie er am Montparnasse wohnte, erwarb etwa vierzig Aufnahmen und veröffentlichte 1926 vier von ihnen in „La Révolution surréaliste“. Man Rays junge Assistentin, die Fotografin Berenice Abbott, besuchte den Fotografen mehrfach und kaufte von ihm Abzüge. Nach seinem Tod 1927 erwarb sie etwa 1.500 Negative und 10.000 der im Atelier verbliebenen Abzüge, brachte sie in die USA und widmete sich mit dem Galeristen Julien Levy vierzig Jahre lang der Aufgabe, dieses einmalige Werk bekannt zu machen. Ihr ist es zu verdanken, dass Atgets Fotografien einen beträchtlichen Einfluss auf amerikanische Fotografen wie Walker Evans oder Lee Friedlander hatten. In Frankreich bemühten sich Ende der 1920er, Anfang der 30er Jahre Robert Desnos oder Pierre Mac Orlan darum, Atgets Œuvre bekannt zu machen. Walter Benjamin rühmte Atget in seiner Fotografiegeschichte von 1931 als Vorläufer der surrealistischen Fotografie und beförderte damit seine Anerkennung in Deutschland.

Sowohl in der nationalen wie auch in der internationalen Presse stieß die Ausstellung auf großes Interesse. In den Printmedien wurden über 40 Beiträge veröffentlicht. Auch im Rundfunk (6 Beiträge) und im Internet (22 Beiträge) wurde die Ausstellung ausführlich besprochen. Im Rahmen der Ausstellung hielt einer der Kuratoren der Ausstellung, Guillaume Le Gall, im Martin-Gropius-Bau einen Vortrag über „Die Vision von Paris in den Fotografien Eugène Atgets“.

Veranstalter: Berliner Festspiele
Eine Ausstellung der Bibliothèque nationale de France (Paris) – Galerie de photographie.
Ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds.
Unterstützt von Champagne Louis Roederer, Reims.
Kuratoren: Sylvie Aubenas, Paris, Laure Beaumont-Mailet, Paris, Guillaume Le Gall, Paris
Schirmherrschaft: Klaus Wowereit, Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit und Regierender Bürgermeister von Berlin
Ausstellungsstationen: Paris: Bibliothèque nationale de France, Berlin: Martin-Gropius-Bau; Winterthur: Fotomuseum Winterthur