Ausstellung

Roswitha Hecke

Secret Views. Fotografien von 1964 bis heute

5. Oktober 2007 bis 6. Januar 2008

Plakat zur Ausstellung „Roswitha Hecke: Secret Views“

Plakat zur Ausstellung „Roswitha Hecke: Secret Views“

Gestaltung: Steenbrink Vormgeving, Berlin

Heckes „verborgenen Blicke“ auf fremde Städte und Länder, in unbekannte Milieus, aber auch auf vertraute Menschen spiegeln ihre „geheimnisvolle Sichtweise“ von der Kunst der Fotografie wider: Zuneigung zu den Fotografierten, Gespür für den richtigen Blick, Anteilnahme mit Staunen und Heiterkeit und eine unaufdringliche Nähe. Schwerpunkte der Ausstellung waren der mehrteilige Bennent-Zyklus sowie Heckes Porträtaufnahmen von Künstlern, Freunden und Weggefährten, darunter Paul Bowles, Ingrid Carven, Omar Sharif oder Andrés Segovia. Auch ihre Milieustudien und Reisereportagen zählten zu den zentralen Arbeiten der Ausstellung.

In der Ausstellung waren auch die in Paris entstandenen Zyklen mit Sonntagsszenen aus dem Bois de Bologne und „Pigalle – Meine Straße der Transvestiten“ zu sehen, sowie die Bilderreihe „Quer durch Amerika“, die in den 1970er Jahren bei gemeinsamen Reisen mit dem Schriftsteller Wolf Wondratschek entstand. Das „Dreamteam“ der modernen Reisereportage veröffentlichte u.a. das Buch „Menschen-Orte-Fäuste“. Durch Wondratscheks Liebe zum Boxsport fand Roswitha Hecke selbst dazu, Sportler im Boxmilieu fotografisch festzuhalten. Fasziniert wurde sie auch von der Arbeit des Detektivs Roy Finer, den sie in seinem Alltag durch die Bronx begleitete. „Die Obdachlosen auf der Bowery“ wurde ein weiteres Thema.

1978 veröffentlichte die Künstlerin das Buch „Liebes Leben“ über die Züricher Prostituierte Irene. Es wurde als bestes Fotobuch 1979 mit dem Kodak-Preis und 1982 als schönstes Buch von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet. In den folgenden Jahren reiste Roswitha Hecke u.a. nach Barcelona, Italien, Mexiko, Indien und Marokko. In Tanger, Marokko verbrachte sie mit ihren beiden Kindern drei abenteuerliche Jahre. 2002 ging Roswitha Hecke auf Spurensuche nach der Herkunft ihrer Familie nach St. Petersburg, wo sie an der Akademie für Bildende Künste lehrte. Heute lebt Roswitha Hecke in Hamburg.

In der Ausstellung wurden auch Auszüge aus dem noch in Arbeit befindlichen Film: „Roswitha Hecke – Mit der Kamera in der Hand geboren“ (2007) von Sophie Solá Ferrer und Mathis Menneking gezeigt. Der Film dokumentiert Stationen aus dem aufregenden und ungewöhnlichen Leben der Fotografin. Sowohl in der lokalen Berliner Presse wie auch in der überregionalen Presse stieß die Ausstellung auf großes Interesse. In den Printmedien wurden 31 Beiträge veröffentlicht. Auch im Rundfunk (5 Beiträge) und im Internet (18 Beiträge) wurde die Ausstellung ausführlich besprochen.

Veranstalter: Berliner Festspiele
Ermöglicht durch den Sparkassen-Kulturfonds des DSGV.